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24.10.2019

Raus aus der Benefits-Spirale

Benefits galten lange Zeit als wirksames Instrument, um qualifizierte Mitarbeiter zu halten und neue zu gewinnen. Auf vielen Ebenen sind sie mittlerweile aber selbstverständlich geworden. Als Unterscheidungsmerkmal zu Wettbewerbern eignen sie sich dann kaum noch. Die Wirtschaftswoche hat Experten nach neuen und erfolgversprechenderen Personal- und Rekrutierungsmaßnahmen gefragt.

Karsten Berge, Vorstand der Personalberatung Nelex, sieht aufgrund der Wettbewerbssituation in vielen Unternehmen nur noch geringfügigen Spielraum bei Gehalt, Benefits und Arbeitszeiten. Vielmehr gelte es, den Anwerbeprozess zu verbessern. So gehörten in ein Anforderungsprofil bei Stellenbeschreibungen nur noch absolut unverzichtbare Qualifikationen, um potenzielle Bewerber nicht abzuschrecken. Zudem müsse das Profil halten, was es verspricht.

"Ich rate Unternehmen, genau zu überdenken, welche Kompetenzen Kandidaten bereits haben müssen - und welche sie in der neuen Funktion über welchen Zeitraum noch erlernen und entwickeln dürfen", zitiert die Wirtschaftswoche den Personalberater. Besonders lohne es sich, Kandidaten im Kontext ihres Lebenslaufs und ihrer Persönlichkeit zu analysieren. Ihre Wünsche würden mitunter lediglich in Nebensätzen verpackt, könnten aber die Grundlage für ein Entgegenkommen in späteren Verhandlungen sein.

Die Spirale von zunehmend mehr Benefits könne auch durchbrochen werden, wenn in die Mitarbeiterbindung investiert werde. Berater der Firma Better Brands haben hierzu ein Marketing-Modell auf die Mitarbeitersuche übertragen. Das setzt zunächst einmal eine ehrliche Auseinandersetzung mit den Mitarbeitern voraus, um ihre Motivation und Identifikation mit dem Unternehmen zu ergründen.

Ziel sind motivierte Mitarbeiter mit einer hohen Identifikation. Das größte Potenzial stecke indes in der Gruppe der Beschäftigten mit hoher Eigenmotivation, aber mit Schwächen bei der Identifikation mit der Firma. Sind sowohl Motivation als auch Identifikation nicht vorhanden, empfehle sich die Trennung. Bei den mäßig motivierten und mäßig mit dem Unternehmen in Einklang stehenden Beschäftigten könnte indes "noch etwas zu machen sein".

Dieser Beitrag wurde erstellt von David Schahinian.


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