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04.12.2019

Überregionale Rekrutierung kann Chance für Arbeitgeber sein

Stellenbesetzungen sind auch eine Frage der regionalen Verteilung. Im vergangenen Jahr haben mehr als 200.000 Menschen, die vorher arbeitslos waren, einen Job in entfernten Regionen angenommen. Auch für Arbeitgeber kann sich eine überregionale Rekrutierungsstrategie lohnen. Allerdings profitieren nicht alle Regionen, wie eine Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) zeigt.

An der Spitze stehen die Regionen um München, Mainz und Ingolstadt: Rund ein Prozent der Beschäftigten in diesen Städten sind 2018 zugezogen und waren vorher arbeitslos. Beeinflusst wird das Ergebnis auch von der Branchenzugehörigkeit: So besteht etwa bei Fachkräften für Lagerlogistik in vierzehn der sechzehn Bundesländer ein Engpass. Lediglich in Berlin und Bremen übersteigt das Angebot die Nachfrage.

Insgesamt haben allerdings nur 112 von 401 untersuchten Stadt- und Landkreisen einen positiven Fernsaldo, heißt es in der Studie weiter: Sie konnten mehr Arbeitslose aus entfernten Regionen gewinnen, als sie verloren. Die Städte Gera und Herne sowie der Landkreis Kusel gehören zu jenen Gegenden, die kaum berufliche Perspektiven für Arbeitslose zu bieten scheinen: "Hier nehmen deutlich mehr Arbeitslose eine Beschäftigung in der Ferne auf, als dass neue Fachkräfte zuziehen." Sie lägen in Regionen, die strukturelle Schwierigkeiten haben und in denen regionalpolitischer Handlungsbedarf bestehe.

Würde man das Angebot an offenen Stellen und arbeitslosen Fachkräften überregional besser zusammenbringen (können), hätten den Wissenschaftlern zufolge im vergangenen Jahr bis zu 98.000 Stellen sofort besetzt werden können. Grund genug, insbesondere Arbeitgebern mit Bewerbermangel den Blick über den Tellerrand zu empfehlen: "Die Unternehmen sollten überregionale Rekrutierung nutzen und gezielt um Arbeitsuchende aus anderen Regionen werben", sagt Studienautor Alexander Burstedde.

Dieser Beitrag wurde erstellt von David Schahinian.


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