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11.01.2021

Corona stoppt langen Aufwärtstrend am Arbeitsmarkt

Die Coronakrise hat dem Aufwärtstrend am deutschen Arbeitsmarkt nach 14 Jahren mit stetigen Zuwächsen vorerst ein Ende bereitet: Wie das Statistische Bundesamt Destatis meldet, ist die Zahl der Erwerbstätigen 2020 im Vergleich zum Vorjahr um 1,1 Prozent beziehungsweise 477.000 Personen gesunken. Auch ohne die Pandemie wäre der Beschäftigungszuwachs aber bald zu einem Ende gekommen.

Insgesamt waren im Jahresdurchschnitt rund 44,8 Millionen Personen mit Arbeitsort in Deutschland erwerbstätig. Der Dämpfer fiel also moderat aus, war aber über kurz oder lang ohnehin erwartbar, sagen die Statistiker. Grund dafür ist, dass das Erwerbspersonenpotenzial aufgrund des demografischen Wandels schwindet: "Diese Entwicklung wird derzeit immer schwächer durch eine höhere Erwerbsbeteiligung der inländischen Bevölkerung sowie die Zuwanderung ausländischer Arbeitskräfte kompensiert."

Ein genauerer Blick auf die Zahlen verrät, dass es große Unterschiede zwischen einzelnen Branchen gibt. So gab es 2020 in der Summe in den Dienstleistungsbereichen den stärksten Rückgang der Erwerbstätigenzahl gegenüber 2019. Sie sank um 281.000 Personen oder 0,8 Prozent. Auch der Bereich Handel, Verkehr, Gastgewerbe (-207.000 Erwerbstätige) und die Unternehmensdienstleister (-156.000 Erwerbstätige) hatten mit Verlusten zu kämpfen. Beschäftigungsgewinne gab es hingegen im Bereich Öffentliche Dienstleister, Erziehung und Gesundheit mit einem Plus von 153.000 Erwerbstätigen.

Die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten blieb stabil - dank Kurzarbeit. Bei den Selbstständigen einschließlich mithelfender Familienangehöriger setzte sich laut Destatis dagegen der seit nunmehr neun Jahren andauernde Abwärtstrend im Corona-Krisenjahr 2020 verstärkt fort: Ihre Zahl sank gegenüber 2019 um 153.000 auf 4 Millionen.

Des Weiteren ist die Zahl der Erwerbslosen im Jahresdurchschnitt in Deutschland im Vergleich zum Vorjahr deutlich um 474.000 Personen auf 1,85 Millionen gestiegen - ein sattes Plus von 34,5 Prozent. Die Erwerbslosenquote, gemessen als Anteil der Erwerbslosen an der Zahl der Erwerbspersonen, erhöhte sich damit gegenüber dem Vorjahr von 3 auf 4 Prozent.

Dieser Beitrag wurde erstellt von David Schahinian.


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