Nachrichten

01.12.2011

Betriebliche Gesundheitsförderung: Entweder ganz oder gar nicht

Betriebliche Programme zur Förderung der Gesundheit der Mitarbeiter sind ein wichtiges Instrument, um die Leistungsfähigkeit der Beschäftigten zu erhalten. Nachhaltig sind diese Gesundheitsprogramme freilich erst dann, wenn die Führungsebene im Unternehmen aus Überzeugung dahinter steht. Das zeigt ein Grazer Forschungsprojekt.

Arbeit kann krank machen, ein schlechtes Betriebsklima nicht minder. Aus Untersuchungen ist bekannt, dass Unternehmen mit einem Wohlfühlklima und einer stimmigen Arbeitsorganisation weniger Fehltage und einen geringeren Krankenstand verzeichnen als andere.

Betriebliche Gesundheitsförderung trägt dazu bei, die Krankenstände zu vermindern, steigert Wohlbefinden und Zufriedenheit der Mitarbeiter und verbessert Arbeitsklima wie Betriebsklima. Nicht alle Programme führen zu dem gewünschten Erfolg.

Gesundheitsprogramme in Unternehmen werden nur dann erfolgreich, wenn die Führungsebene diese Programme wirklich will und sie unterstützt. "Halbherzige Lösungen sind zum Scheitern verurteilt", konstatieren Dr. Paul Jiménez und Kerstin Eibel vom Institut für Psychologie der Universität Graz.

Wesentlich sei zudem, dass die Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen ihre Ideen und Vorschläge mit einbringen könnten. Auch müsste die Geschäftsführung bereit sein, "Veränderungen im System und in den Abläufen des Unternehmens" bei Bedarf zuzulassen.

Zusammen mit Wissenschaftlern der Universität Maribor haben die Grazer 62 Unternehmen analysiert, deren betriebliche Gesundheitsförderungsprogramme als Best-Practice-Beispiele zertifiziert worden sind. Die Palette der untersuchten Unternehmen reicht von 30 Mitarbeitern bis hin zu Betrieben mit mehr als 5.000 Beschäftigten. Identifiziert wurden Kriterien, die Gesundheitsprogramme tatsächlich erfolgreich machen.

Den Forschungsbericht "Best Practice Modelle im Raum EU-27: Konzepte zur Reduktion von Stress bei der Arbeit und zur Förderung von Gesundheit und Wohlbefinden" können Sie sich als PDF-Datei (1,1 MB) auf Ihren Rechner laden.

Dieser Beitrag wurde erstellt von Beate Henes-Karnahl.


Top-Themen

Arbeitsrecht

Aus- und Fortbildungskosten: Was darf der Arbeitgeber zurückfordern?


Foto: © Zerbor - Fotolia.com
Arbeitgeber benötigen qualifizierte Mitarbeiter. Diese zu finden ist nicht immer leicht. Das bringt Unternehmen dazu, Aus- und Fortbildung selbst in die Hand zu nehmen – und damit gehen sie ein teures Wagnis ein.

mehr...
 
Personalbeschaffung

Active Sourcing als Recruiting-Instrument


Foto: © Africa Studio - Fotolia.com

Recruiting-Strategien gibt es viele. Stellenanzeigen in Jobbörsen oder auf der eigenen Homepage erfreuen sich nach wie vor großer Beliebtheit. Doch auch Active Sourcing kann sich für Arbeitgeber als erfolgreiche Variante der Personalbeschaffung erweisen.

mehr...

 
Arbeitsrecht

Mitarbeitergespräche: Pflicht zur Teilnahme – aber nicht in jedem Fall!


Foto: © BartPhoto - Fotolia.com

Arbeitgeber haben das Weisungsrecht, Mitarbeitergespräche anzuordnen. Dieser Anordnung müssen Arbeitnehmer aber nicht immer Folge leisten. In welchen Fällen Arbeitgeber kein Gespräch verlangen dürfen, erfahren Sie in diesem Beitrag.

mehr...

 
Digitalisierung

Big Data: Brauchen wir eine Rechenschaftspflicht für Algorithmen?


Foto: ©  kentoh - Fotolia.com

Entscheidungen, mitunter auch lebenswichtige, werden zunehmend mit Unterstützung von Algorithmen getroffen. Der rechtliche Regelungsrahmen hinkt ihrem tatsächlichen Einfluss bislang stark hinterher. Daher fordern nicht nur IT-Experten immer lauter, die Entwickler für ihre Software verantwortlich zu machen – etwa mit einer Rechenschaftspflicht für Algorithmen.

mehr...

Recruiting

Bewerbungsprozess: Unternehmen müssen mit offenen Karten spielen

Junge Frau unterschreibt Arbeitsvertrag
Foto: © nd3000 - Fotolia.com

Der Arbeitgeber ist rechtlich verpflichtet, den Bewerber auf Umstände hinzuweisen, die von erheblicher Bedeutung für die Entscheidung zum Abschluss eines Arbeitsvertrages sein können. Verletzt er diese „Aufklärungspflicht“, hat das rechtliche Konsequenzen. Welche das sind, zeigt unser Beitrag.

mehr...

 
Softwareprozesse

Digitale Transformation zu Ende gedacht


Foto: © kentoh - Fotolia.com

Wenn die Abläufe in einer Personalabteilung auf elektronischen Workflow umgestellt werden, kann es zu Schwierigkeiten kommen. Worauf Personalabteilungen bei der Suche nach Softwareunterstützung für ihre HR-Prozesse achten müssen.

mehr...

   
Empfehlungsmarketing

Recruitingstrategie: Mitarbeiterempfehlungsprogramm

Zwei junge Frauen sitzen vor einem Laptop
Foto: © Antonioguillem - Fotolia.com

Viele Personaler setzen bei der Suche nach Talenten auf das Prinzip "Mitarbeiter werben Mitarbeiter" – aus gutem Grund. Von diesem Empfehlungsmarketing profitiert nicht nur das Recruiting, sondern das Unternehmen als Ganzes.

mehr... 

 

Entgeltfortzahlungsgesetz

Arbeitsunfähig im Ausland: Regeln beachten, Konflikte vermeiden

Arzt sitzt Patient gegenüber
Foto: © Syda Productions - Fotolia.com
Wenn Beschäftigte im Ausland erkranken, schreibt ihnen das Entgeltfortzahlungsgesetz (EFZG) besondereVerhaltensregeln vor. Halten sie sich nicht an diese gesetzlichen Vorgaben, kann der Arbeitgeber zum Beispiel die Lohnfortzahlung einstellen. So weit muss es nicht kommen, wenn beide Seiten die im Beitrag aufgeführten Regeln beachten. 

mehr... 

 

>Weitere Top-Themen