Nachrichten

23.01.2013

Fachkräftemangel: Jobmotor Mittelstand droht Leerlauf

Der Präsident des Bundesverbands mittelständische Wirtschaft (BVMW), Mario Ohoven, warnt vor einem zunehmendem Fachkräftemangel im Mittelstand. Eine Umfrage des Verbands hat ergeben, dass mehr als 90 Prozent der kleinen und mittleren Unternehmen in diesem Jahr ihren Personalstand halten oder sogar ausbauen wollen. Allerdings fänden nur 12,6 Prozent problemlos Kandidaten für die offenen Stellen.

Es sei ein Alarmzeichen, dass derzeit bereits jeder dritte Mittelständler überhaupt keine geeigneten Arbeitskräfte mehr finde, so Ohoven. Rund die Hälfte der befragten Unternehmen gab darüber hinaus an, "nicht in jedem Fall geeignete Arbeitskräfte für alle offenen Positionen" rekrutieren zu können. Dabei seien die Prognosen, dass die Erwerbstätigkeit in diesem Jahr zunehmen und die Arbeitslosenquote auf dem Vorjahresniveau verharren würde, vor allem diesen Unternehmen zuzurechnen, berichtet Ohoven.

Der Stimmung im Mittelstand tut dies bis jetzt zumindest noch keinen Abbruch. 28 Prozent der Betriebe gehen sogar von einer Verbesserung ihrer Geschäftslage im ersten Halbjahr 2013 aus. Fast genauso viele kleine und mittlere Betriebe, 27 Prozent, planen eine Erhöhung ihres Investitionsvolumens.

Anlass für Ohovens Stellungnahme war die Veröffentlichung des Jahreswirtschaftsberichts. Darin bekennt die Bundesregierung, dass "der demografische Wandel nicht zur Wachstumsbremse" werden dürfe. Eine zentrale Rolle falle der Verbesserung der Vereinbarkeit von Beruf und Familie zu, da das "größte und am schnellsten zu aktivierende Fachkräftepotenzial" bei den Frauen bestehe. Speziell für kleine und mittlere Unternehmen wurde das "Zentrale Innovationsprogramm Mittelstand" ins Leben gerufen, das 2013 mit einem Fördervolumen von 500 Millionen Euro fortgesetzt werden soll.

Der BVMW-Vorsitzende Ohoven indes warnte die Bundesregierung vor dem "Dreh an der Steuerschraube zur Finanzierung von Wahlkampfgeschenken". Vielmehr müssten beispielsweise die steuerlichen Rahmenbedingungen für die betriebliche Aus- und Weiterbildung verbessert werden. Außerdem plädierte er für eine Optimierung der Vermittlung qualifizierter Arbeitskräfte.

Der Jahreswirtschaftsbericht 2013 der Bundesregierung kann hier kostenfrei als PDF-Datei heruntergeladen werden.

Dieser Beitrag wurde erstellt von David Schahinian.


Top-Themen

Arbeitsrecht

Aus- und Fortbildungskosten: Was darf der Arbeitgeber zurückfordern?


Foto: © Zerbor - Fotolia.com
Arbeitgeber benötigen qualifizierte Mitarbeiter. Diese zu finden ist nicht immer leicht. Das bringt Unternehmen dazu, Aus- und Fortbildung selbst in die Hand zu nehmen – und damit gehen sie ein teures Wagnis ein.

mehr...
 
Personalbeschaffung

Active Sourcing als Recruiting-Instrument


Foto: © Africa Studio - Fotolia.com

Recruiting-Strategien gibt es viele. Stellenanzeigen in Jobbörsen oder auf der eigenen Homepage erfreuen sich nach wie vor großer Beliebtheit. Doch auch Active Sourcing kann sich für Arbeitgeber als erfolgreiche Variante der Personalbeschaffung erweisen.

mehr...

 
Arbeitsrecht

Mitarbeitergespräche: Pflicht zur Teilnahme – aber nicht in jedem Fall!


Foto: © BartPhoto - Fotolia.com

Arbeitgeber haben das Weisungsrecht, Mitarbeitergespräche anzuordnen. Dieser Anordnung müssen Arbeitnehmer aber nicht immer Folge leisten. In welchen Fällen Arbeitgeber kein Gespräch verlangen dürfen, erfahren Sie in diesem Beitrag.

mehr...

 
Digitalisierung

Big Data: Brauchen wir eine Rechenschaftspflicht für Algorithmen?


Foto: ©  kentoh - Fotolia.com

Entscheidungen, mitunter auch lebenswichtige, werden zunehmend mit Unterstützung von Algorithmen getroffen. Der rechtliche Regelungsrahmen hinkt ihrem tatsächlichen Einfluss bislang stark hinterher. Daher fordern nicht nur IT-Experten immer lauter, die Entwickler für ihre Software verantwortlich zu machen – etwa mit einer Rechenschaftspflicht für Algorithmen.

mehr...

Recruiting

Bewerbungsprozess: Unternehmen müssen mit offenen Karten spielen

Junge Frau unterschreibt Arbeitsvertrag
Foto: © nd3000 - Fotolia.com

Der Arbeitgeber ist rechtlich verpflichtet, den Bewerber auf Umstände hinzuweisen, die von erheblicher Bedeutung für die Entscheidung zum Abschluss eines Arbeitsvertrages sein können. Verletzt er diese „Aufklärungspflicht“, hat das rechtliche Konsequenzen. Welche das sind, zeigt unser Beitrag.

mehr...

 
Softwareprozesse

Digitale Transformation zu Ende gedacht


Foto: © kentoh - Fotolia.com

Wenn die Abläufe in einer Personalabteilung auf elektronischen Workflow umgestellt werden, kann es zu Schwierigkeiten kommen. Worauf Personalabteilungen bei der Suche nach Softwareunterstützung für ihre HR-Prozesse achten müssen.

mehr...

   
Empfehlungsmarketing

Recruitingstrategie: Mitarbeiterempfehlungsprogramm

Zwei junge Frauen sitzen vor einem Laptop
Foto: © Antonioguillem - Fotolia.com

Viele Personaler setzen bei der Suche nach Talenten auf das Prinzip "Mitarbeiter werben Mitarbeiter" – aus gutem Grund. Von diesem Empfehlungsmarketing profitiert nicht nur das Recruiting, sondern das Unternehmen als Ganzes.

mehr... 

 

Entgeltfortzahlungsgesetz

Arbeitsunfähig im Ausland: Regeln beachten, Konflikte vermeiden

Arzt sitzt Patient gegenüber
Foto: © Syda Productions - Fotolia.com
Wenn Beschäftigte im Ausland erkranken, schreibt ihnen das Entgeltfortzahlungsgesetz (EFZG) besondereVerhaltensregeln vor. Halten sie sich nicht an diese gesetzlichen Vorgaben, kann der Arbeitgeber zum Beispiel die Lohnfortzahlung einstellen. So weit muss es nicht kommen, wenn beide Seiten die im Beitrag aufgeführten Regeln beachten. 

mehr... 

 

>Weitere Top-Themen