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05.05.2014

Erste Erfolge bei der Anerkennung ausländischer Berufsabschlüsse

In den letzten zwei Jahren hat sich die Anerkennung von ausländischen Berufsqualifikationen in Deutschland positiv entwickelt. Dieser Trend wird sich laut Prognosen fortsetzen, allerdings besteht noch Handlungsbedarf.

Die Anerkennungsverfahren und Unterstützungsstrukturen haben sich etabliert und werden auch stark genutzt. Wie die erste amtliche Statistik zeigt, wird ein Großteil der Anträge positiv beschieden, und die Informations- und Beratungsangebote werden sehr gut angenommen. Die Internetseite "Anerkennung in Deutschland" verzeichnete seit Inkrafttreten des Anerkennungsgesetzes vor zwei Jahren über eine Million Besucher. Das teilte das Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB) anlässlich der Fachtagung "Zwei Jahre Anerkennungsgesetz - Bilanz und Ausblick" in Berlin mit. Das BIBB betreibt das Informationsportal im Auftrag der Bundesregierung.

Die Bedeutung der Informations- und Beratungsstrukturen bestätigten auch die Teilnehmer der Fachtagung. Auf Einladung des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) diskutierten über 200 Fachleute aus der Anerkennungspraxis über Erfahrungen und Herausforderungen bei der Umsetzung der neuen gesetzlichen Regelungen. Wichtige Grundlage der Diskussionen bildeten die ersten Ergebnisse des BIBB-Projekts "Monitoring der Umsetzung des Anerkennungsgesetzes des Bundes als Beitrag zur Qualitätssicherung".

Noch Abbau von Hürden und Vereinheitlichung notwendig

Damit die Möglichkeiten dieses neuen Instruments zur Fachkräftesicherung künftig optimal ausgeschöpft werden können, weisen die Autoren auf noch identifizierten Handlungsbedarf hin. Dazu gehört der Abbau von Hürden für die Antragstellenden. "Der Bericht zeigt, dass ein Anerkennungsverfahren vielfach mit hohem zeitlichem und finanziellem Aufwand verbunden ist", so BIBB-Präsident Esser. Auch wird deutlich, dass die zuständigen Stellen alle Spielräume für eine weitere Vereinheitlichung der Verfahren nutzen sollten, um die Umsetzung des Gesetzes noch erfolgreicher zu machen. So gibt es derzeit beispielsweise bei Ärzten sowie in der Gesundheits- und Krankenpflege je nach Bundesland noch sehr unterschiedliche Anerkennungspraktiken.

Ausländische Berufsqualifikationen stärker zur Fachkräftesicherung nutzen

Den Betrieben empfiehlt Esser, im Ausland erworbene Berufsqualifikationen noch stärker für ihre Fachkräftesicherung zu nutzen. Dazu gehöre auch, stärker zu prüfen, ob sie in der eigenen Belegschaft schlummernde Potenziale wecken und diese durch passgenaue betriebliche Qualifizierung weiter ausbauen könnten. Betriebe könnten hier auf die kompetente Beratung und Unterstützung durch die Kammern zählen.

Das "Gesetz zur Verbesserung der Feststellung und Anerkennung im Ausland erworbener Berufsqualifikationen" - kurz Anerkennungsgesetz - erleichtert seit dem 1. April 2012 die Anerkennung ausländischer Berufsabschlüsse in Deutschland.

Weitere Informationen unter: www.anerkennung-in-deutschland.de


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