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02.06.2014

Studie: Führungskräfte zeigen Schwächen in der Streitschlichtung

Man weiß oft mehr als man tut. Das trifft auch auf das berufliche Miteinander zu, wie eine Studie der Personalberatung Rochus Mummert ergab. Zwar räumten viele der befragten Personal-Führungskräfte ein, dass zu einer guten Unternehmensführung eine positive Konfliktkultur zähle. Wunschbild und Praxis klaffen dabei jedoch so weit auseinander wie bei keinem anderen der untersuchten Kriterien.

Für die Studie "Einfluss des HR-Managements auf den Unternehmenserfolg" wurden Personaler aus dem gehobenen deutschen Mittelstand sowie von Geschäftsbereichen international agierender Konzerne befragt. Die Firmen würden die Stellschrauben, die ein besseres Klima zwischen Mitarbeitern oder Abteilungen bewirken könnten, sehr genau kennen, so die Experten von Rochus Mummert. Im Arbeitsalltag würden die Führungskräfte den Erwartungen jedoch meist nicht gerecht.

Dr. Hans Schlipat, Studienleiter und Managing Partner der Rochus-Mummert-Gruppe, sieht hier Handlungsbedarf: "Eine gesunde Firmenkultur ist für den dauerhaften Erfolg eines Unternehmens unerlässlich." Sie zeichne sich unter anderem durch ein "positives, sicheres und angstfreies Betriebsklima" sowie eine wertschätzende Atmosphäre aus. Die HR-Verantwortlichen seien in der Pflicht, entsprechende Rahmenbedingungen für eine "moderne Leistungs- und Führungskultur" zu schaffen.

Nach Ansicht der befragten HR-Manager kann die Zufriedenheit der Mitarbeiter darüber hinaus vor allem mit transparenten Unternehmensstrategien und -zielen, einer vertrauensvollen und Erfolge anerkennenden Kultur sowie mit vorbildlichen Weiterbildungsmöglichkeiten gesteigert werden. Im Vergleich mit der Realität bestehen die größten Lücken bei der Etablierung einer Konflikt- und Anerkennungskultur, der Identifikation der Führungskräfte mit den Unternehmenszielen und bei der Transparenz.

Damit betreffe die Liste der unerfüllten Ansprüche vor allem die Aufgabenbereiche "offene Kommunikation" und "Orientierung geben", heißt es in der Studie weiter. "Auffällig ist, dass gerade die weichen und damit eigentlich auch ohne großen finanziellen Aufwand zu beeinflussenden Faktoren (...) den Unternehmen im Alltag die größten Schwierigkeiten bereiten", resümiert Schlipat.

Dieser Beitrag wurde erstellt von David Schahinian.


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