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18.02.2015

Umfrage zur Personalgewinnung: Geringe Erfolgsquote bei sozialen Medien

Soziale Medien verändern das Recruiting zwar stark, sind aber kein Ersatz für traditionelle Rekrutierungsmethoden. Zu diesem Ergebnis kommt eine Umfrage des Personalvermittlers Robert Half unter 200 HR-Managern. Die Erfolgsquote fällt gering aus, ein Drittel der Befragten hat sogar noch niemanden über diese Kanäle eingestellt. Ein Vorteil der Portale ist jedoch die breite Streuung der Angebote.

37 Prozent der Umfrageteilnehmer nutzen die sozialen Medien vorrangig dazu, ihre Stellenangebote zu verbreiten und eine größere Anzahl an potenziellen Bewerbern zu erreichen. Weitere 28 Prozent sehen die aktive Identifizierung von geeigneten Kandidaten als ihren größten Pluspunkt. Dagegen sehen lediglich 12 Prozent einen großen Vorteil darin, dass sie das Social-Media-Profil eines Bewerbers überprüfen können.

Die Personalgewinnung über die neuen Kommunikationskanäle hat offensichtlich ihre Grenzen. Jeder dritte Befragte hat noch keinen einzigen Mitarbeiter über sie rekrutiert. Auch für jene, die dort bereits erfolgreich waren, lassen die Quoten zu wünschen übrig: Lediglich 44 Prozent haben bereits über Xing rekrutiert, bei Facebook und LinkedIn waren es sogar nur 24 beziehungsweise 20 Prozent.

Zudem verweist Sven Hennige von Robert Half darauf, dass Social Media die Personalsuche nur dem Anschein nach einfacher erscheinen lässt: "Gerade viele kleine und mittelständische Unternehmen verfügen nicht über die notwendigen Ressourcen, um in den sozialen Medien langfristig aktiv zu werden und mit Bewerbern auf diesen Kanälen zu interagieren."

In einer Checkliste hat der Personaldienstleister zusammengefasst, was Unternehmen beim Social Media Recruiting beachten sollten. Dazu zählt, nicht zu schnell vom Internetprofil des Bewerbers auf seine Person zu schließen, und den Informationen aus den sozialen Medien keinen zu großen Stellenwert einzuräumen. Zudem sollte die Privatsphäre potenzieller Kandidaten auch online respektiert werden. "Social Media ist kein Ersatz für den persönlichen Handschlag", heißt es in der Studie weiter. Im Internet gingen wichtige Informationen verloren - etwa, wie die Person auf Stresssituationen reagiert, und ob sie ins Unternehmensteam passe.

Dieser Beitrag wurde erstellt von David Schahinian.


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