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05.08.2016

Umfrage: Erfahrungswissen wird in Unternehmen selten systematisch genutzt

Erfahrung wird in Unternehmen als wichtig angesehen, doch sie wird selten systematisch gefördert, ausgebaut und genutzt. Das zeigt eine Befragung von 600 Führungskräften in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Große Betriebe unterstützen den Erfahrungsaustausch stärker als kleine, da sie dafür eher Ressourcen bereitstellen können. Viele Methoden sind aber auch ihnen noch unbekannt.

Die Studie, an der unter anderem die Rheinische Fachhochschule (RFH) Köln mitgewirkt hat, ist nicht repräsentativ. Sie liefert den Autoren zufolge aber fundierte Trendaussagen zur Bedeutung von Erfahrung im Arbeitsalltag von Führungskräften. 85 Prozent der Befragten gaben an, dass sie um die Wichtigkeit des Themas für den wirtschaftlichen Erfolg wissen.

Als besonders relevant wird der Erfahrungsaustausch beim Lösen von operativen Problemen, Fällen von Entscheidungen, Erkennen von komplexen Zusammenhängen und der Bewältigung von Krisen angesehen. Ein Mangel an Erfahrung führt nach ihrer Meinung dagegen vor allem zu steigenden Kosten, Verzögerungen, operativen Planungsfehlern und ineffizienter Organisation.

Die Vermutung liegt nahe, dass mittlere Unternehmen agiler als große sind und mehr Wert auf Erfahrungsaustausch legen. Die Umfrage legt das Gegenteil nahe: In großen Unternehmen sind Weiterbildung, moderierter Erfahrungsaustausch, Mentoring, schriftliche Berichte und systematische Nachfolgeplanung eher verankert als in mittleren Unternehmen. Professor Dr. Dr. Sebastian Eschenbach von der FH Burgenland erklärt das Defizit vor allem mit mangelnder Zeit - damit würden sie aber einen strategisch wichtigen Vorteil verschenken.

Typische Wissensmanagementmethoden wie Intranets oder Social Media-Plattformen, Experten-Netzwerke wie Communities of Practice oder Methoden zum moderierten Wissens- und Erfahrungsaustausch werden nur selten eingesetzt, so ein weiteres Ergebnis der Umfrage. Selbst jüngere Manager hätten das Potenzial neuerer Methoden wie World Cafés, einem kooperativen Workshop-Konzept, noch wenig erkannt, so Professor Dr. Edith Maier von der FHS St. Gallen.

Die Ergebnisse der Befragung können hier kostenfrei als PDF-Datei heruntergeladen werden.

Dieser Beitrag wurde erstellt von David Schahinian.


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