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25.07.2017

Vorsicht vor Psychopathen in Nadelstreifen

Psychopathisch veranlagte Menschen können nicht nur ihre Mitmenschen, sondern auch Unternehmen nachhaltig schädigen. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie von Forschern der Technischen Universität (TU) Kaiserslautern. Vor allem Beschäftigte, die kaltherzig sind oder durch hochgradig manipulativen Egoismus auffallen, stimmen wirtschaftskriminellen Handlungen verstärkt zu.

Für die Studie haben Professor Dr. Volker Lingnau und zwei weitere Mitarbeiter des Lehrstuhls für Unternehmensrechnung und Controlling zwei Online-Umfragen durchgeführt, an denen sich insgesamt 469 Personen beteiligt haben. Die Forscher untersuchten zunächst die psychopathischen Tendenzen der Teilnehmer und prüften dann, wie ihre Einstellung gegenüber dem Verhalten anderer Personen ist, die Bilanzen manipulieren und Insiderhandel betreiben.

Ausgangspunkt sei das Phänomen der "Psychopathen in Nadelstreifen" gewesen, berichtet Lingnau: "Das sind Menschen, die durchaus individuell erfolgreich und vielfach in leitenden Positionen in Unternehmen arbeiten, allerdings hochgradig egoistisch, skrupellos, manipulativ und empathielos agieren." Sie seien für die Wissenschaftler besonders interessant gewesen, da diese annahmen, dass sie Unternehmen nachhaltig schädigen können.

Die Studie zeigte, dass die Faktoren, die die "dunklen" Charaktereigenschaften der Unternehmenspsychopathen widerspiegeln, eine "signifikant höhere Zustimmung" zur Bilanzmanipulierung und zum Insiderhandel voraussagen. Besonders ins Gewicht fielen dabei Kaltherzigkeit und der sogenannte Machiavellistische Egoismus, der durch besondere Rücksichtslosigkeit und manipulative Fähigkeiten geprägt ist. "Beide Persönlichkeitsfaktoren können somit als absolute Risikofaktoren gesehen werden und sollten zum Beispiel bei Einstellungstests berücksichtigt werden", hebt Lingnau hervor.

Ein Mittel, Aufstiegen solcher Psychopathen in Unternehmen vorzubeugen, seien soziale Arbeitsbedingungen, in denen sie aufgrund ihrer sozialen Inkompetenz früher oder später auffällig würden. Auch eine entsprechende Schulung der Kollegen könne hilfreich sein.

Dieser Beitrag wurde erstellt von David Schahinian.


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