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12.09.2017

Männliches Auftreten ist ein Erfolgsfaktor im Beruf - glauben vor allem Männer

Sind es typisch männliche Eigenschaften wie Entschlossenheit und Risikobereitschaft, die eine erfolgreiche Führungskraft ausmachen? Dieser klassischen, aber umstrittenen These gingen dänische Wissenschaftler nun in einer Studie auf den Grund. Es zeigte sich, dass vor allem Männer männliches Auftreten eher für einen Erfolgsfaktor halten. Zu Ungerechtigkeiten führen aber wohl eher andere Gründe.

Für die Untersuchung befragte ein Forscherteam der Universität Aarhus 3000 dänische Managerinnen und Manager unterschiedlicher Hierarchieebenen. Zunächst sollten sie angeben, welche Eigenschaften aus ihrer Sicht eine erfolgreiche Führungspersönlichkeit ausmachen. Sie konnten dabei typisch männlichen und weiblichen sowie neutralen Eigenschaften Werte von 1 bis 5 zuweisen. Danach sollten sie sich selbst im Hinblick auf die genannten Eigenschaften beurteilen.

Weibliche Vorstände halten männliche Eigenschaften für wichtig

Männer messen den männlichen Eigenschaften einen größeren Wert bei als Frauen, berichtet das Forschungsinstitut zur Zukunft der Arbeit (IZA) über die Studienergebnisse. Diese Stereotypisierung drehe sich an der Spitze um: In der Gruppe der Vorstandsvorsitzenden seien es primär die Frauen, die männliche Eigenschaften für wichtiger halten. Des Weiteren falle auf, dass die Geschlechterbilder in Unternehmen, die viel Wert auf eine ausgewogene Work-Life-Balance legen, weniger stark ausgeprägt sind.

Unabhängig vom Geschlecht halten Top-Manager besonders viel von ihren Führungsqualitäten

Die Autoren berichten zudem von einer "Selbst-Stereotypisierung": Frauen in Führungspositionen schrieben sich eher weibliche Attribute zu, während Männer bei sich selbst typisch männliche Eigenschaften besonders ausgeprägt fanden. Auch hier bildeten die Top-Manager eine Ausnahme: "Unabhängig vom Geschlecht sahen sie sich mit sämtlichen Führungsqualitäten überdurchschnittlich gut ausgestattet."

Die Selbsteinschätzungen der Führungskräfte können höchstens zehn Prozent der Geschlechterlücke im Top-Management erklären, heben die Studienautoren hervor. Sie vermuten, dass ein Großteil der Diskrepanz darauf zurückzuführen ist, dass die überwiegend männlich besetzten Entscheidungsgremien bei Beförderungen und Neueinstellungen zur Stereotypisierung neigen. Im Zweifel gäben sie dann männlichen Kandidaten den Vorrang.

Dieser Beitrag wurde erstellt von David Schahinian.


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