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07.12.2017

Konzepte zur langfristigen Sicherung der Renten

Positive Beschäftigungseffekte und weitere förderliche Auswirkungen von Maßnahmen wie Teilzeitrente und Anhebung der Regelaltersgrenze verdeutlichen zwei aktuelle Studien zum Thema Rente, die das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) anhand simulierter Szenarien erhoben hat.

Aufgrund des demografischen Wandels stehen einer wachsenden Anzahl von Rentner(inne)n immer weniger Erwerbstätige gegenüber. Damit dennoch auch weiterhin genügend Beiträge in die Rentenkasse eingezahlt werden, müssen innovative Konzepte die Attraktivität eines längeren Verbleibs im Erwerbsleben deutlich erhöhen.

Die wichtigsten Ergebnisse der DIW-Studien

Abhängig vom jeweiligen altersorientierten Szenario kann erstens eine Teilzeitrente zu höheren Beschäftigungsquoten und Entlastung der Rentenkassen beitragen. Für die Sicherung einer stabilen Finanzierung der gesetzlichen Rentenversicherung ohne Absenkung des Rentenniveaus empfiehlt sich zweitens eine Regelaltersgrenze, die ansteigt in Relation zur - laut Statistischem Bundesamt - steigenden Lebenserwartung ab dem Jahr 2030.

Die beiden für die Untersuchungen simulierten Szenarien gehen von einer Teilzeitrente ab 60 beziehungsweise 63 Jahren aus. Den Ergebnissen zufolge ließen sich Renteneintrittsalter und dementsprechend auch Beschäftigungsvolumen durch den uneingeschränkten Zugang zu einer Teilzeitrente steigern - besonders dann, wenn das Teilzeitrenten-Eintrittsalter dem Frühverrentungsalter von 63 Jahren entspricht.

Klare Entlastung der öffentlichen Haushalte

Für eine Teilzeitrente schon ab 60 Jahren dürften sich allerdings auch Arbeitnehmer entscheiden, die ansonsten noch weiter in Vollzeit gearbeitet hätten. Dank Rückgang der Rentenzahlungen und steigenden Einnahmen aus Sozialversicherungsbeiträgen und Steuern wäre das Resultat jedoch in beiden Fällen eine klare Entlastung der öffentlichen Haushalte.

Darüber hinaus würde die längere Lebensarbeitszeit zu einer Steigerung des individuellen Rentenanspruchs während der gesamten Dauer des Rentenbezugs führen - und somit zu einem Teilausgleich des demografisch bedingten Rückgangs von Rentenleistungen gegenüber den Löhnen.

Um das Verhältnis von Erwerbstätigen und Rentnern langfristig konstant zu halten, könnte die Regelaltersgrenze auch in Zukunft relativ zur längeren Lebenserwartung erhöht werden. Dann würden erfahrungsgemäß auch das durchschnittliche Rentenzugangsalter sowie die Beschäftigung weiter ansteigen - und demzufolge ebenfalls die Einnahmen der Rentenkasse. Empfohlen wird allerdings, in jedem Fall auch die unterschiedlichen Lebenserwartungen verschiedener Berufsgruppen durch passende Sonderregelungen angemessen zu berücksichtigen.

Dieser Beitrag wurde erstellt von Dr. Frank Walpuski.


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