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22.06.2018

Aufstieg ins Top-Management: Schwule und Lesben oft diskriminiert

Eine aktuelle Studie untersucht erstmals, inwieweit Beschäftigte wegen ihrer Homosexualität auch bei den Aufstiegschancen in der beruflichen Karriere benachteiligt werden - besonders, was Führungspositionen auf den oberen Managementebenen von Unternehmen betrifft.

Dass in der Arbeitswelt die sexuelle Orientierung vielfach zu gravierender Ungleichbehandlung wie Mobbing und Lohndiskriminierung führen kann, belegen wissenschaftliche Untersuchungen schon länger. Über die Benachteiligung speziell hinsichtlich der Aufstiegsmöglichkeiten im Job gibt jetzt das neue "Discussion Paper" des Institute of Labor Economics (IZA) fundiert Aufschluss. Für die umfangreiche Erhebung wurden 600.000 britische Arbeitnehmer befragt.

Homosexuelle Beschäftigte beiderlei Geschlechts sind demnach in beruflichen Positionen mit Personalverantwortung zwar überdurchschnittlich oft vertreten, was die unteren Führungsebenen betrifft. Geht es allerdings um den Aufstieg ins Top-Management, werden bei den Männern laut Untersuchung heterosexuelle Kollegen mit gleicher Qualifizierung klar bevorzugt. Ähnlich verhalte es sich bei den Frauen, wo jedoch die Auswirkungen, so die Studie, quantitativ nicht so deutlich zu Buche schlagen.

Da es als Ursache für geringere Aufstiegschancen keine Hinweise auf systematische Unterschiede beim Eignungsniveau und anderen produktivitätsrelevanten Merkmalen gebe, steht nach Meinung der Forscher Diskriminierung aufgrund sexueller Orientierung als einzig plausible Erklärung fest. Für Angehörige sexueller Minderheiten existiere in puncto berufliche Karriere offenbar eine "gläserne Decke", die erst durchdrungen werden müsse, um Chancengleichheit auf dem Weg in die Führungsebenen zu gewährleisten.

Dieser Beitrag wurde erstellt von Dr. Frank Walpuski.


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