Nachrichten

30.07.2018

Arbeitgeberwahl: Öffentlicher Dienst top, Automobilindustrie flop

Für 57 Prozent der deutschen Studenten ist die Jobsicherheit der wichtigste Faktor beim Berufseinstieg, nur für 44 Prozent das Gehalt. Das schlägt sich in ihren Wunschbranchen nieder: Mittlerweile wollen 41 Prozent von ihnen im öffentlichen Dienst arbeiten. Vor zwei Jahren waren es erst 32 Prozent. Die Automobilindustrie hat dagegen massiv an Attraktivität verloren, wie die Beratung EY berichtet.

Insgesamt wurden für die Studie 2.000 Studenten in 27 Universitätsstädten befragt. Ihnen sei durchaus bewusst, dass "Vater Staat" ihnen zwar Sicherheit biete, aber vergleichsweise wenig Geld. Das Einstiegsgehalt liege im Schnitt bei 37.500 Euro, während etwa Berufsanfänger in der Automobilindustrie mit 39.500 Euro rechnen können.

Geld allein ist aber nicht alles. Wohl auch durch die Skandale der vergangenen Jahre ist die Automobilbranche nur noch für acht Prozent der Studenten ein Wunschziel - bei der letzten Erhebung lag die Quote noch bei 22 Prozent. Insbesondere bei den Ingenieuren hat sich der Fokus verschoben: Hier gewann die IT- und Softwarebranche enorm an Attraktivität, während die Autoindustrie binnen zweier Jahre vom Spitzenplatz auf den vierten Rang der Beliebtheitsliste fiel. Weitere Branchen, die in der Gunst der Studenten aller Fachrichtungen weit oben stehen, sind Kultureinrichtungen (22 Prozent; 2016: 23 Prozent) und die Wissenschaft (20 Prozent; 2016: 18 Prozent).

Auffällig ist den Beratern zufolge, dass es mit 41 Prozent (2016: 22 Prozent) auch viele Studenten mit überdurchschnittlichen Studienleistungen in den öffentlichen Dienst zieht, obwohl sie auf dem Arbeitsmarkt beste Chancen hätten. Es gebe zu denken, dass die freie Wirtschaft trotz besserer Bezahlung für viele junge Menschen offenbar nicht allzu attraktiv ist, sagt Oliver Simon, Leiter der Personalabteilung von EY in der DACH-Region: "In den Unternehmen entstehen die Innovationen und Produkte, die Deutschlands Wirtschaft weltweit so erfolgreich gemacht haben." Sie sollten sich Gedanken darüber machen, wie sie für Berufsanfänger weiter interessant bleiben können.

Dieser Beitrag wurde erstellt von David Schahinian.


Top-Themen

Arbeitsrecht

Aus- und Fortbildungskosten: Was darf der Arbeitgeber zurückfordern?


Foto: © Zerbor - Fotolia.com
Arbeitgeber benötigen qualifizierte Mitarbeiter. Diese zu finden ist nicht immer leicht. Das bringt Unternehmen dazu, Aus- und Fortbildung selbst in die Hand zu nehmen – und damit gehen sie ein teures Wagnis ein.

mehr...
 
Personalbeschaffung

Active Sourcing als Recruiting-Instrument


Foto: © Africa Studio - Fotolia.com

Recruiting-Strategien gibt es viele. Stellenanzeigen in Jobbörsen oder auf der eigenen Homepage erfreuen sich nach wie vor großer Beliebtheit. Doch auch Active Sourcing kann sich für Arbeitgeber als erfolgreiche Variante der Personalbeschaffung erweisen.

mehr...

 
Arbeitsrecht

Mitarbeitergespräche: Pflicht zur Teilnahme – aber nicht in jedem Fall!


Foto: © BartPhoto - Fotolia.com

Arbeitgeber haben das Weisungsrecht, Mitarbeitergespräche anzuordnen. Dieser Anordnung müssen Arbeitnehmer aber nicht immer Folge leisten. In welchen Fällen Arbeitgeber kein Gespräch verlangen dürfen, erfahren Sie in diesem Beitrag.

mehr...

 
Digitalisierung

Big Data: Brauchen wir eine Rechenschaftspflicht für Algorithmen?


Foto: ©  kentoh - Fotolia.com

Entscheidungen, mitunter auch lebenswichtige, werden zunehmend mit Unterstützung von Algorithmen getroffen. Der rechtliche Regelungsrahmen hinkt ihrem tatsächlichen Einfluss bislang stark hinterher. Daher fordern nicht nur IT-Experten immer lauter, die Entwickler für ihre Software verantwortlich zu machen – etwa mit einer Rechenschaftspflicht für Algorithmen.

mehr...

Recruiting

Bewerbungsprozess: Unternehmen müssen mit offenen Karten spielen

Junge Frau unterschreibt Arbeitsvertrag
Foto: © nd3000 - Fotolia.com

Der Arbeitgeber ist rechtlich verpflichtet, den Bewerber auf Umstände hinzuweisen, die von erheblicher Bedeutung für die Entscheidung zum Abschluss eines Arbeitsvertrages sein können. Verletzt er diese „Aufklärungspflicht“, hat das rechtliche Konsequenzen. Welche das sind, zeigt unser Beitrag.

mehr...

 
Softwareprozesse

Digitale Transformation zu Ende gedacht


Foto: © kentoh - Fotolia.com

Wenn die Abläufe in einer Personalabteilung auf elektronischen Workflow umgestellt werden, kann es zu Schwierigkeiten kommen. Worauf Personalabteilungen bei der Suche nach Softwareunterstützung für ihre HR-Prozesse achten müssen.

mehr...

   
Empfehlungsmarketing

Recruitingstrategie: Mitarbeiterempfehlungsprogramm

Zwei junge Frauen sitzen vor einem Laptop
Foto: © Antonioguillem - Fotolia.com

Viele Personaler setzen bei der Suche nach Talenten auf das Prinzip "Mitarbeiter werben Mitarbeiter" – aus gutem Grund. Von diesem Empfehlungsmarketing profitiert nicht nur das Recruiting, sondern das Unternehmen als Ganzes.

mehr... 

 

Entgeltfortzahlungsgesetz

Arbeitsunfähig im Ausland: Regeln beachten, Konflikte vermeiden

Arzt sitzt Patient gegenüber
Foto: © Syda Productions - Fotolia.com
Wenn Beschäftigte im Ausland erkranken, schreibt ihnen das Entgeltfortzahlungsgesetz (EFZG) besondereVerhaltensregeln vor. Halten sie sich nicht an diese gesetzlichen Vorgaben, kann der Arbeitgeber zum Beispiel die Lohnfortzahlung einstellen. So weit muss es nicht kommen, wenn beide Seiten die im Beitrag aufgeführten Regeln beachten. 

mehr... 

 

>Weitere Top-Themen