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16.08.2018

Geringqualifizierte finden schwerer Zugang zu Weiterbildung

Weiterbildung ist insbesondere für Geringqualifizierte besonders wichtig - sollte man meinen. Eine Befragung des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) zeigt jedoch, dass die Hemmnisse ausgerechnet bei dieser Gruppe besonders hoch sind. Sie sind weniger gut über entsprechende Angebote informiert und bezweifeln häufig, dass sich das Lernen für sie auszahlen wird.

Datenbasis der Analyse ist eine Online-Befragung von 800 Erwerbstätigen. Ältere und Geringqualifizierte waren dabei überrepräsentiert. Dennoch werde deutlich, dass der Informationsstand über berufliche Weiterbildungsmöglichkeiten ebenso wie die Weiterbildungsbereitschaft der Befragten vor allem mit deren Qualifikationsniveau variiert, heißt es beim IAB.

So gaben beispielsweise 26 Prozent der Befragten ohne beruflichen Abschluss an, Beratungsangebote zur Weiterbildung zu kennen. Im Gesamtdurchschnitt aller Befragten waren es 40 Prozent. Die Frage, ob sie innerhalb der letzten sechs Monate konkret überlegt hätten, an einer beruflichen Weiterbildung teilzunehmen, bejahten nur 22 Prozent der Geringqualifizierten. Bei Befragten mit Meister-, Techniker- oder Hochschulstudium waren es dagegen rund 50 Prozent.

Gründe dafür gibt es einige. Etwa die Hälfte der Befragten ohne Berufsabschluss monierte, dass ihnen niemand eine Garantie geben könne, dass sich die Weiterbildung für sie auszahlt. Hier könne es "sinnvoll sein, wenn Personalverantwortliche in Betrieben die konkreten Vorteile, zum Beispiel erhöhte Jobsicherheit oder innerbetriebliche Entwicklungsmöglichkeiten, schon vorab mit den potenziellen Weiterbildungsteilnehmenden besprechen und konkretisieren", heben die Wissenschaftler hervor.

Fast zwei Drittel der Geringqualifizierten gaben des Weiteren an, das Lernen nicht mehr gewohnt zu sein. Arbeitgeber könnten gegensteuern, indem sie die entsprechenden Mitarbeiter identifizieren und sie dabei unterstützen, ihre Vorbehalte abzubauen. Bei der Befragung wurden außerdem weitere Hürden genannt: Dazu zählen die Einschätzung, bereits ausreichend qualifiziert zu sein, zeitliche Probleme wegen der Erziehung von Kindern oder der Pflege von Angehörigen, sowie die Einstellung, genug gelernt zu haben.

Dieser Beitrag wurde erstellt von David Schahinian.


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