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25.10.2018

Teamleiterinnen: Bessere Ergebnisse, weniger Anerkennung

Weibliche Teamleiter agieren uneigennütziger als männliche und verhelfen den Mitgliedern damit zu besseren Leistungen. Trotzdem werden sie von männlichen Teammitgliedern tendenziell schlechter bewertet. Das zeigt eine Studie der Universität Kalabrien, die in einem realen Arbeitsumfeld durchgeführt wurde. Die Forscher warnen allerdings vor einer leichtfertigen Verallgemeinerung der Ergebnisse.

Für ihr Feldexperiment wählten die Wissenschaftler 430 Studierende, die einen Teil ihrer Prüfung freiwillig als Teamarbeit absolvieren wollten. Die jeweiligen Dreierteams und ihre Leitungen wurden ausgelost. Letztere hatten die Aufgabe, gemeinsame Arbeitstreffen zu organisieren und die Vorbereitung auf die Abschlussprüfung zu koordinieren.

Unter dem Strich erreichten die frauengeführten Teams "signifikant bessere Abschlussnoten", heißt es in der Studie, die vom Forschungsinstitut zur Zukunft der Arbeit (IZA) veröffentlicht wurde. Ausschlaggebend seien die individuellen Leistungen der Teammitglieder gewesen. Vor allem Frauen erreichten unter weiblicher Führung bessere Ergebnisse. Die Teamleiterinnen allerdings waren selbstkritisch: Sie beurteilten ihre Führungsleistung nicht besser als männliche Teamleiter.

Die Uneigennützigkeit beeinflusste auch die Leistungen, denn die Leiterinnen erreichten schwächere Ergebnisse als weibliche Teammitglieder. Die Forscher vermuten, dass sie ihr eigenes Lernpensum zum Wohle der Teamaufgaben zurückstellten. Dafür spreche auch, dass die Teamleiterinnen ihre Aufgabe als besonders zeitintensiv empfanden.

In der anschließenden Befragung bewerteten die männlichen Teammitglieder die Leistung der weiblichen Teamleitungen trotzdem tendenziell schlechter, so ein weiteres Ergebnis der Studie: "Männer scheinen immer noch Vorbehalte gegen weibliche Führung zu haben, obwohl - oder vielleicht gerade weil - diese sich als besonders effektiv erweisen kann." Im Feldexperiment profitierten die frauengeführten Teams zwar vom uneigennützigen Engagement. Die Wissenschaftler heben jedoch einschränkend hervor, dass in anderen Zusammenhängen auch typisch männliche Führungseigenschaften wie Selbstbewusstsein und Durchsetzungsvermögen zu einem besseren Ergebnis führen können.

Dieser Beitrag wurde erstellt von David Schahinian.


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