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18.12.2018

Pro und Kontra anonymisierter Bewerbungsverfahren

Kandidaten mit ausländisch klingenden Namen werden in Bewerbungsprozessen häufig benachteiligt, wie mehrere Studien zeigen. Anonymisierte Verfahren können dabei helfen, potenzielle Diskriminierungen zu vermeiden, werden jedoch unter anderem aufgrund des Aufwands kritisiert. Wie ein Experte des Forschungsinstituts zur Zukunft der Arbeit (IZA) zeigt, könnten Algorithmen die Verfahren vereinfachen.

Der IZA-Forscher Ulf Rinne fasst die bisherigen Erkenntnisse zu anonymisierten Bewerbungsverfahren zusammen und stellt neue Methoden vor, die unter anderem auf Künstliche Intelligenz zurückgreifen. Als Gegenargument für das Schwärzen von Angaben im Lebenslauf, die die Herkunft, das Alter oder das Geschlecht erkennen lassen, werde häufig vorgebracht, dass die potenzielle Diskriminierung nur auf den nächsten Bewerbungsschritt verlagert werde. Unternehmen scheuten zudem den hohen zeitlichen und technischen Aufwand.

Mithilfe moderner Technologien sei es jedoch gar nicht mehr unbedingt notwendig, Angaben zur Person "mühsam manuell" zu schwärzen, berichtet Rinne. Einen innovativen Ansatz verfolge beispielsweise das US-Start-up Gapjumpers: Es bietet Arbeitgebern an, für diesen zunächst die jobspezifischen Qualifikationen in maßgeschneiderten Eignungstests zu prüfen und aus den Ergebnissen eine Vorauswahl zu treffen. Andere setzten Künstliche Intelligenz ein, um Bewerbungen durch Algorithmen durchleuchten zu lassen. Hier bestehe jedoch die Notwendigkeit, dass der Algorithmus selbst vorurteilsfrei programmiert sein muss.

Rinne kommt zu dem Schluss, dass anonymisierte Bewerbungsverfahren sowohl Vor- als auch Nachteile haben. So könnten Arbeitgeber mit ihnen unter anderem ein starkes Zeichen setzen, dass für sie ausschließlich die Fähigkeiten und Qualifikationen des Bewerbers ausschlaggebend sind. Zudem könnten sie zu mehr Jobangeboten für Kandidaten aus Minderheitengruppen - und somit zu mehr Diversität - führen.

Gegen solche Verfahren spricht, dass sie teuer, zeitaufwendig und arbeitsintensiv werden können, wenn die Prozesse nicht optimal implementiert werden. Darüber hinaus könnten Unternehmen Gefahr laufen, weitere Maßnahmen zur Steigerung der Diversität zu vernachlässigen.

Dieser Beitrag wurde erstellt von David Schahinian.


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