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06.02.2019

EU stärkt Rechte berufstätiger Eltern

Das Europäische Parlament und die Mitgliedsstaaten haben sich auf neue Regeln zur besseren Vereinbarkeit von Beruf und Familie geeinigt. Ein Kernpunkt ist die Einführung eines europaweiten Anspruchs auf Vaterschaftsurlaub von mindestens zehn Tagen, der in Höhe des Krankengeldes vergütet wird. Auf Deutschland hat dies keine Auswirkungen, da das neue Recht mit bestehenden Ansprüchen verrechnet wird.

Auch der Elternurlaub wurde modifiziert. In der EU haben beide Elternteile Anspruch auf je mindestens vier Monate solchen Urlaubs. Zwei Monate werden künftig als nicht übertragbar festgelegt. Mit der Regelung soll ein Anreiz für Väter geschaffen werden, sich stärker in der Kinderbetreuung zu engagieren. Bisher ist EU-weit lediglich ein Monat nicht übertragbar. Des Weiteren erhalten pflegende berufstätige Angehörige nunmehr Anspruch auf jeweils fünf Tage pro Jahr für Pflegetätigkeiten.

"Die europäische Wirtschaft wird von diesem Vorschlag profitieren, da dadurch das Beschäftigungsgefälle zwischen Männern und Frauen abgebaut wird", ist sich die EU-Kommission sicher. Bis es soweit ist, muss der Vorschlag allerdings noch den EU-Rat und das EU-Parlament passieren.

Während sich durch die neue Richtlinie in Deutschland für Eltern nichts ändere, sei der Unmut in anderen EU-Ländern groß, schreibt die Welt. Arbeitgebervertreter aus Malta etwa hätten die drohenden Kosten für Kleinunternehmen als "fatal" bezeichnet. Bisher gewähre der Staat Beschäftigten in der Privatwirtschaft einen Tag Vaterurlaub, während Staatsbedienstete immerhin fünf bezahlte Tage nach einer Geburt freinehmen können. In Griechenland würden zwei Vater-Baby-Tage gewährt und bezahlt, die Elternzeit von vier Monaten aber nicht vergütet. Die Richtlinie "würde also entweder die Wirtschaft oder das Sozialsystem der Griechen stark belasten".

Dieser Beitrag wurde erstellt von David Schahinian.


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