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07.11.2019

Durchbruch von bAV-Sozialpartnermodellen lässt auf sich warten

Mit dem Betriebsrentenstärkungsgesetz wurde 2017 die Möglichkeit einer reinen Beitragszusage im Sozialpartnermodell als Form der betrieblichen Altersversorgung (bAV) in Deutschland eingeführt. Anscheinend sind die Reaktionen darauf bisher aber sehr zurückhaltend. Einer Umfrage unter bAV-Verantwortlichen zufolge werden sich solche Modelle erst nach 2021 in der Breite durchsetzen - wenn überhaupt.

51 Prozent von rund 200 Teilnehmern einer von der Unternehmensberatung Willis Towers Watson durchgeführten bAV-Konferenz prognostizierten, dass eine breite Umsetzung der reinen Beitragszusage erst in zwei Jahren oder später zu erwarten ist. Immerhin 38 Prozent waren der Auffassung, dass sich das Modell gar nicht durchsetzen wird. Vor zwei Jahren war ein Drittel der Befragten davon ausgegangen, dass sich Sozialpartnermodelle schon 2019 flächendeckend durchgesetzt haben werden. Die Bundesregierung hatte das Vorhaben ursprünglich auf den Weg gebracht, um die Verbreitung der bAV zu erhöhen.

"Mitarbeiter wünschen sich vor allem eine sichere Altersversorgung" nennt Dr. Heinke Conrads von Willis Towers Watson einen Grund für das Umfrageergebnis. Denn Sicherheit werde meist mit Garantien assoziiert. Eine bAV ohne Garantien könne da zu Verunsicherung führen. Dass das Modell trotzdem zielführend sein kann, müssten die Tarifpartner erst einmal vermitteln: "Und hier scheinen sich die Player im Markt bislang schwer zu tun."

Die reine Beitragszusage biete gerade im Niedrigzinsumfeld eine realistische Chance auf ein höheres ergänzendes Alterseinkommen, so Conrads weiter. Allerdings seien die erforderlichen Abstimmungen komplexer, da ein Sozialpartnermodell nicht nur auf betrieblicher Ebene, sondern auch zwischen den Tarifparteien vereinbart werden müsse. Viele Unternehmen wählten daher weiterhin klassische Gestaltungsmöglichkeiten, mit denen sich ebenfalls gute bAV-Modelle umsetzen ließen.

Skeptisch zeigten sich die Umfrageteilnehmer auch in Bezug auf staatlich organisierte private Altersvorsorgemodelle wie etwa der sogenannten Deutschland-Rente. 47 Prozent sahen in solchen Konzepten allenfalls eine Ergänzung zur bAV. 48 Prozent glaubten nicht, dass sie die bAV ersetzen könnten.

Dieser Beitrag wurde erstellt von David Schahinian.


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