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12.11.2019

Deutsche Polizei zieht besonders vertrauenswürdige Bewerber an

Die Polizei, Dein Freund und Helfer? Für die meisten Deutschen ist das zutreffend: Bei 82 Prozent der Bürger genießt sie hohes Vertrauen. Damit liegt der Wert elf Prozentpunkte über dem in anderen europäischen Ländern. Darüber hinaus sind Bewerber für den Polizeidienst im Schnitt vertrauenswürdiger als ihre Altersgenossen. Das zeigt ein Forschungspapier des Instituts zur Zukunft der Arbeit (IZA).

Vertrauenswürdigkeit ist für die Besetzung vieler Stellen im öffentlichen Dienst ein bedeutsamer Faktor, da die Beschäftigten oft eine hohe Verantwortung gegenüber dem Bürger tragen. Das gilt auch für die Polizei, bei der ein Missbrauch von Autorität dem Image besonders schadet. Die Eigenschaft lässt sich jedoch nur bedingt in der Ausbildung vermitteln. Daher ist es laut IZA besonders wichtig, von vornherein Bewerber für sich zu gewinnen, deren Persönlichkeitsmerkmale mit Vertrauen assoziiert werden.

Genau das untersuchte ein Forscherteam nun, indem sie Experimente mit Polizeibewerbern durchführten. Darin ging es um Vertrauen, Kooperation sowie Belohnung und Bestrafung. Die Ergebnisse legen nahe, dass sich die Probanden vertrauenswürdiger verhielten als gleichaltrige Abiturienten, die sich nicht als Polizisten beworben hatten. "Auch investierten sie mehr Ressourcen, um Kooperation zu belohnen und Vertrauensmissbrauch zu bestrafen", heißt es beim IZA weiter. Darüber hinaus agierten die Polizeibewerber proaktiver und zeigten im Schnitt eine höhere Risikotoleranz.

Der deutschen Polizei scheint es demnach tendenziell zu gelingen, Bewerber mit den erwünschten Charakteristika für sich zu gewinnen, folgern die Autoren. Auch die zunehmende Akademisierung des Polizeidienstes könnte dazu beigetragen haben, dass die deutsche Polizei ein im internationalen Vergleich hohes Vertrauen genießt: In Hessen und Rheinland-Pfalz beispielsweise ist ein dreijähriges Bachelor-Studium mittlerweile fester Bestandteil der Polizeiausbildung.

Dieser Beitrag wurde erstellt von David Schahinian.


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