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07.04.2020

Tipps zum Führen auf Distanz

Homeoffice gilt in vielen Unternehmen derzeit als Mittel der Wahl, um die Schutzmaßnahmen aufgrund der Corona-Pandemie umzusetzen und trotzdem produktiv zu bleiben. Aus der Entfernung zu führen dürfte für viele Vorgesetzte allerdings eine neue Erfahrung sein. Der Diplom-Psychologe und BWL-Professor Jürgen Weibler von der Fernuni Hagen hat einige Tipps für sie.

"Führungskräfte sollten flexibel und rücksichtsvoll auf die Bedürfnisse ihrer Mitarbeiter eingehen, soweit dies möglich ist", erklärt er zur aktuellen Situation. Andernfalls könnten Führungsbeziehungen dauerhaft geschädigt und eine Enttäuschung befördert werden, die über die Krise hinausreiche: "Mit dem Ende der Krise wird ja nicht das Gedächtnis gelöscht."

Studien würden zudem zeigen, dass Mitarbeiter auf Distanz in kleinen Teams besser zurechtkommen. Es sei also zu prüfen, ob größere Teams "wie bei einer Zellteilung" aufgespalten und über definierte Personen vernetzt werden können. Darüber hinaus sei es wichtig, der Situation angemessene Ziele gemeinsam festzulegen, Verantwortlichkeiten abzustimmen sowie Standards und Zeiten für die Kommunikation verlässlich auszumachen.

Die Arbeit ist eine Sache, die Motivation eine andere, vor allem die Selbstmotivation. Aufgrund der gegenwärtig schwierigen Situation sei es wünschenswert, anderen möglichst positiv zu begegnen und verlässlich zu bleiben: "Das hilft wiederum allen und befördert ein gutes virtuelles Teamklima." Führungskräfte sollten besonderes Augenmerk darauf legen, die Voraussetzungen für die Stabilisierung und Entwicklung einer Selbstmotivation zu schaffen. Dazu zählen unter anderem ein gutes Maß an Selbstverantwortung und das Gefühl, trotz Distanz sozial eingebunden zu sein.

Insgesamt lebe auch die Arbeit im Homeoffice von der Normalität. Funktionierendes Equipment steht dabei an erster Stelle. Ebenfalls wichtig sei ein möglichst professionell eingerichteter Arbeitsplatz. Führungskräften empfiehlt Weibel zudem, nicht nur via E-Mail und Video mit dem gesamten Team zu kommunizieren, sondern das Gespräch mit einzelnen Teammitgliedern auch telefonisch zu suchen. Damit zeigten sie, dass niemand allein gelassen wird und Informationen aus erster Hand weitergegeben werden.

Dieser Beitrag wurde erstellt von David Schahinian.


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