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16.06.2020

KI steht in Deutschland noch am Anfang

Es besteht weitgehend Konsens darüber, dass künstliche Intelligenz (KI) eine wichtige Zukunftstechnologie ist. Allerdings plant oder diskutiert bislang nur jedes fünfte größere Unternehmen ihren Einsatz. Dagegen sehen 28 Prozent KI als eine Gefahr für die eigene Geschäftstätigkeit an, 17 Prozent sogar ihre Existenz durch sie bedroht. Das zeigt eine repräsentative Umfrage des Bitkom.

Insgesamt hat der Digitalverband 603 Unternehmen aller Branchen mit 20 oder mehr Mitarbeitern befragt. Zwar sehen 73 Prozent von ihnen großes Zukunftspotenzial in der Technologie. Bislang setzen sie aber gerade einmal sechs Prozent selbst ein. Der Trend zeigt jedoch nach oben: Vor Jahresfrist waren es nur zwei Prozent KI-Nutzer und neun Prozent, die eine Nutzung ins Auge fassten.

Dabei geht der aufmerksame Blick auch ins Ausland: 81 Prozent der befragten Unternehmen erwarten, dass ausländische Digitalunternehmen durch ihre führende Stellung bei KI zu einer ernstzunehmenden Konkurrenz deutscher Kernindustrien wie etwa der Autobranche werden. Dennoch sehen immerhin 55 Prozent KI für sich selbst vor allem als Chance. Während kleinere Unternehmen in dieser Frage eher skeptisch sind, liegt die Quote bei Unternehmen mit 2.000 oder mehr Mitarbeitern bei 84 Prozent. Gleichwohl gehen 14 Prozent aller Unternehmen davon aus, dass KI gar keine Auswirkungen auf das eigene Geschäft hat.

Wo KI bereits heute im Einsatz ist, erledigt sie bislang vor allem einfache Aufgaben, so ein weiteres Ergebnis der Umfrage. 69 Prozent der Nutzer setzen sie im Marketing für das Targeting und personalisierte Werbung ein, 40 Prozent für die automatisierte Buchung von Zahlungen und die automatisierte Beantwortung von Anfragen oder Reklamationen. 32 Prozent unterstützt sie bei der Preisoptimierung.

Auffällig ist die Diskrepanz zwischen der Realität und dem, was sich die Unternehmen, die KI bisher noch nicht nutzen, als ihre Einsatzgebiete vorstellen. 88 Prozent nennen da die Planung von Transportrouten mit der Technologie, 86 Prozent eine vorausschauende Wartung. 78 Prozent schweben automatisierte Voraussagen vor, 54 Prozent würden sie eventuell bei der Vorauswahl von Bewerbern einsetzen.

Dieser Beitrag wurde erstellt von David Schahinian.


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