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18.06.2020

BIBB-Report: Ausbildung lohnt!

Man kann es kaum oft genug wiederholen: Die eigene Ausbildung im Betrieb ist eines der wichtigsten Rezepte gegen den Fachkräftemangel. Und sie lohnt sich in den meisten Fällen, wie eine repräsentative Erhebung des Bundesinstituts für Berufsbildung (BIBB) zeigt. Nettokosten von durchschnittlich 6.478 Euro pro Azubi und Jahr stehen gleich mehrere positive Anreize für Unternehmen gegenüber.

Für den aktuellen BIBB-Report wurden 2018 und 2019 insgesamt 3.049 ausbildende und 996 nicht ausbildende Betriebe befragt. Danach entstanden den Betrieben im Ausbildungsjahr 2017/18 im Durchschnitt pro Auszubildendem und Jahr Bruttokosten in Höhe von 20.855 Euro. Sie setzten sich aus 12.806 Euro Personalkosten und 4.935 Euro Kosten für das Ausbildungspersonal zusammen. Hinzu kamen Anlage- und Sachkosten von 767 Euro, sonstige Kosten wie Kammergebühren oder für externe Lehrgänge schlugen mit 2.348 Euro zu Buche.

Dem stehen im Schnitt 14.377 Euro pro Jahr gegenüber, die die Azubis bereits während der Lehre für den Betrieb erwirtschaften. Bei etwa 28 Prozent von ihnen überstiegen die Erträge sogar die Bruttokosten. Es gibt jedoch erhebliche Branchenunterschiede: Während die höchsten Kosten im öffentlichen Dienst sowie in Industrie und Handel anfielen, fielen sie beispielsweise im Handwerk vergleichsweise niedrig aus.

Zum Vergleich: Für die Rekrutierung einer neuen Fachkraft über den externen Arbeitsmarkt wendete ein Betrieb durchschnittlich 10.454 Euro auf, heißt es in dem Report weiter. Die Erhebung zeigt zudem, dass sich die Verfügbarkeit von Fachkräften auf dem regionalen Arbeitsmarkt für die Betriebe in den letzten Jahren verschlechtert hat - insbesondere für kleinere. So zahlen sich die Investitionen in die Ausbildung insbesondere bei Übernahme der Auszubildenden aus.

Unter dem Strich stünden den Ausbildungskosten "starke Anreize" gegenüber, den Fachkräftebedarf durch die eigene Ausbildung zu decken. Neben der Einsparung von Personalgewinnungskosten würden auch die Abhängigkeiten vom Arbeitsmarkt reduziert und mögliche Ausfallkosten durch Personalengpässe vermieden. Weniger als zehn Prozent der befragten Betriebe gaben an, dass sie mit dem Verhältnis von Kosten und Nutzen ihrer Ausbildung unzufrieden sind.

Dieser Beitrag wurde erstellt von David Schahinian.


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