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07.10.2020

Betriebe stemmen sich mit allen Mitteln gegen Entlassungen

Kurzarbeit hat wesentlich dazu beigetragen, dass die meisten Betriebe Entlassungen in der Corona-Krise bislang vermeiden konnten. Für dieses Ziel wurden jedoch noch viele weitere personalpolitische Maßnahmen ergriffen, etwa der Abbau von Zeitguthaben oder die Nutzung von Sonderurlaub. Das Aussetzen von Entfristungen oder der Abbau von Leiharbeitskräften sind dagegen eher Ausnahmen.

Das zeigt eine neue Befragung des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB). Demnach gaben nur 12 Prozent von 1.723 Betrieben an, seit Beginn der Pandemie Arbeitskräfte entlassen zu haben. Während unter anderem das Gastgewerbe besonders betroffen war, erwiesen sich Jobs im Bildungs-, Gesundheits- und Sozialwesen als vergleichsweise sicher.

45 Prozent der Betriebe haben Kurzarbeit angezeigt, 35 Prozent schließlich auch beantragt. Aber auch mit anderen Mitteln stemmte man sich gegen Entlassungen. So hat knapp ein Drittel der Betriebe ihre Beschäftigten verpflichtet oder dazu angehalten, Urlaubstage abzubauen oder Sonderurlaub zu nehmen. Zu einem Abbau von Arbeitszeitguthaben kam es in 19 Prozent der Betriebe. Weitere 16 Prozent gaben an, ihre Arbeitszeit ohne Kurzarbeit mit oder ohne Lohnausgleich verkürzt zu haben. Andererseits wurden auch in 13 Prozent der Betriebe Zeitguthaben aufgebaut, bei neun Prozent die Arbeitszeiten ausgeweitet.

Darüber hinaus hat etwa jeder vierte Betrieb Homeoffice beziehungsweise Telearbeit neu eingeführt, knapp jeder fünfte hat bereits bestehende Möglichkeiten ausgebaut. Entfristungen ausgesetzt oder Leiharbeit heruntergefahren haben dagegen jeweils nur zwei Prozent. Auch bei den jungen Fachkräften wird selten gespart: Nur vier Prozent planen, keine Auszubildenden zu übernehmen.

"In aller Regel sind die Betriebe sehr darum bemüht, ihr Personal zu halten", lautet das Fazit der Befragung. Trotzdem ließen sich Entlassungen nicht immer vermeiden, die Arbeitslosigkeit ist in den letzten Monaten gestiegen. Die Autoren führen dies vor allem darauf zurück, dass die Betriebe deutlich weniger Stellen als im Jahr zuvor ausgeschrieben haben - "mit entsprechend negativen Folgen für die Chancen von Arbeitssuchenden und Berufseinsteigern".

Dieser Beitrag wurde erstellt von David Schahinian.


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