Nachrichten

14.10.2020

Alte Vergütungsprogramme eignen sich kaum für die neue Arbeitswelt

Viele Vergütungsmodelle in Unternehmen stehen durch den Trend zu digitalen Arbeitsformen ohnehin auf dem Prüfstand. Die Corona-Krise wirke nun "wie ein Brandbeschleuniger", heißt es bei der Beratung Willis Towers Watson. Der Anpassungsdruck werde größer, doch fühle sich nur ein Viertel der Organisationen gut auf diesen Wandel vorbereitet. Nötig seien flexiblere Vergütungsprogramme und Benefits.

Lediglich 29 Prozent der bei einer unternehmenseigenen Konferenz befragten HR-Führungskräfte gaben demnach an, dass ihr Stellenbewertungssystem gut für die aktuellen Anforderungen aufgestellt ist. Das sei ein Risiko, weil ein positives Arbeitserlebnis, das den Unternehmenserfolg messbar steigert, auch von einer als angemessen und fair empfundenen Vergütung abhänge.

"Inzwischen arbeiten nicht mehr einzelne gelegentlich, sondern viele oft im Home-Office", beschreibt Florian Frank von Willis Towers Watson eine aktuelle Entwicklung. Künftig würde das Arbeitserlebnis auch geprägt von einer stärkeren Mobilität, mehr freien Mitarbeitenden und projektbasiertem Arbeiten. "Das alles wird sich auch in der Vergütung widerspiegeln", ist er sich sicher.

Konkret sollten Stellenbewertungssysteme sowohl flexibler als auch einfacher werden. Die gesamte Belegschaft über einen Kamm zu scheren sei nicht sinnvoll. So sollte beispielweise die Vergütung in den Vertriebs- oder Forschungs- und Entwicklungsabteilungen andere Erfolge honorieren als für die breite Belegschaft. Darüber hinaus sollten Zusatzleistungen auf die Lebenssituation der Mitarbeitenden ausgerichtet sein: "Baby Boomer interessieren sich für andere Benefits als die Generation Z, denn Kindergartenzuschuss, Weiterbildung oder Betriebsrente sind je nach Lebensphase relevant", so Frank.

Als Startpunkt sollten sich Unternehmen der Beratung zufolge fragen, wie Arbeit künftig geleistet und organisiert werden soll. Außerdem gelte es, Vergütungsansätze für eine "agile Welt" zu entwickeln. Diese sollten auf die einzelnen Mitarbeitergruppen zugeschnitten sein: "Vergütungsprogramme sollten nicht auf dem kleinsten, sondern dem wirkungsvollsten gemeinsamen Nenner aufbauen."

Dieser Beitrag wurde erstellt von David Schahinian.


Top-Themen

Arbeitsrecht

Aus- und Fortbildungskosten: Was darf der Arbeitgeber zurückfordern?


Foto: © Zerbor - Fotolia.com
Arbeitgeber benötigen qualifizierte Mitarbeiter. Diese zu finden ist nicht immer leicht. Das bringt Unternehmen dazu, Aus- und Fortbildung selbst in die Hand zu nehmen – und damit gehen sie ein teures Wagnis ein.

mehr...
 
Personalbeschaffung

Active Sourcing als Recruiting-Instrument


Foto: © Africa Studio - Fotolia.com

Recruiting-Strategien gibt es viele. Stellenanzeigen in Jobbörsen oder auf der eigenen Homepage erfreuen sich nach wie vor großer Beliebtheit. Doch auch Active Sourcing kann sich für Arbeitgeber als erfolgreiche Variante der Personalbeschaffung erweisen.

mehr...

 
Arbeitsrecht

Mitarbeitergespräche: Pflicht zur Teilnahme – aber nicht in jedem Fall!


Foto: © BartPhoto - Fotolia.com

Arbeitgeber haben das Weisungsrecht, Mitarbeitergespräche anzuordnen. Dieser Anordnung müssen Arbeitnehmer aber nicht immer Folge leisten. In welchen Fällen Arbeitgeber kein Gespräch verlangen dürfen, erfahren Sie in diesem Beitrag.

mehr...

 
Digitalisierung

Big Data: Brauchen wir eine Rechenschaftspflicht für Algorithmen?


Foto: ©  kentoh - Fotolia.com

Entscheidungen, mitunter auch lebenswichtige, werden zunehmend mit Unterstützung von Algorithmen getroffen. Der rechtliche Regelungsrahmen hinkt ihrem tatsächlichen Einfluss bislang stark hinterher. Daher fordern nicht nur IT-Experten immer lauter, die Entwickler für ihre Software verantwortlich zu machen – etwa mit einer Rechenschaftspflicht für Algorithmen.

mehr...

Recruiting

Bewerbungsprozess: Unternehmen müssen mit offenen Karten spielen

Junge Frau unterschreibt Arbeitsvertrag
Foto: © nd3000 - Fotolia.com

Der Arbeitgeber ist rechtlich verpflichtet, den Bewerber auf Umstände hinzuweisen, die von erheblicher Bedeutung für die Entscheidung zum Abschluss eines Arbeitsvertrages sein können. Verletzt er diese „Aufklärungspflicht“, hat das rechtliche Konsequenzen. Welche das sind, zeigt unser Beitrag.

mehr...

 
Softwareprozesse

Digitale Transformation zu Ende gedacht


Foto: © kentoh - Fotolia.com

Wenn die Abläufe in einer Personalabteilung auf elektronischen Workflow umgestellt werden, kann es zu Schwierigkeiten kommen. Worauf Personalabteilungen bei der Suche nach Softwareunterstützung für ihre HR-Prozesse achten müssen.

mehr...

   
Empfehlungsmarketing

Recruitingstrategie: Mitarbeiterempfehlungsprogramm

Zwei junge Frauen sitzen vor einem Laptop
Foto: © Antonioguillem - Fotolia.com

Viele Personaler setzen bei der Suche nach Talenten auf das Prinzip "Mitarbeiter werben Mitarbeiter" – aus gutem Grund. Von diesem Empfehlungsmarketing profitiert nicht nur das Recruiting, sondern das Unternehmen als Ganzes.

mehr... 

 

Entgeltfortzahlungsgesetz

Arbeitsunfähig im Ausland: Regeln beachten, Konflikte vermeiden

Arzt sitzt Patient gegenüber
Foto: © Syda Productions - Fotolia.com
Wenn Beschäftigte im Ausland erkranken, schreibt ihnen das Entgeltfortzahlungsgesetz (EFZG) besondereVerhaltensregeln vor. Halten sie sich nicht an diese gesetzlichen Vorgaben, kann der Arbeitgeber zum Beispiel die Lohnfortzahlung einstellen. So weit muss es nicht kommen, wenn beide Seiten die im Beitrag aufgeführten Regeln beachten. 

mehr... 

 

>Weitere Top-Themen