Berufsausbildung: Vor diesen Irrtümern sollten sich Ausbilder schützen

Irrtum Nr. 4: „Mangelnde Motivation der Auszubildenden ist die Wurzel allen Übels.“

Haben Sie das auch schon erlebt? – Wenn es in der Berufsausbildung nicht so läuft wie erwartet und Probleme auftreten, wird oft reflexhaft „mangelnde Motivation der Auszubildenden“ dafür verantwortlich gemacht. Dahinter steht in vielen Fällen die Hoffnung auf eine vermeintlich einfache Lösung. Nach dem Motto: „Wenn die Auszubildenden motivierter sind, wird alles gut.“

Genauer hinschauen

Hier sollten Personal- und Ausbildungsverantwortliche genauer hinschauen: Knirscht es im Getriebe des Ausbildungsprozesses, weil Ihre Auszubildenden tatsächlich lustlos und unengagiert sind? Oder liegen die Ursachen vielleicht tiefer oder ganz woanders? Ist es sinnvoll, die eigene Energie ausschließlich auf die Motivierung der Auszubildenden zu fokussieren? Oder muss an anderer Stelle angesetzt werden?

Ein regelmäßiger Blick über den Tellerrand offenbart die Vielfalt der Ausbildungswelt, in der die unterschiedlichsten Maßnahmen erforderlich sind, um Probleme in einem Ausbildungsbetrieb zu lösen. Mal ist wirklich eine Motivierungskampagne angezeigt. Mal werden Verbesserungen durch eine zusätzliche Qualifizierung der Ausbilder erzielt. Mal bringt eine Überarbeitung des Auswahlverfahrens den gewünschten Erfolg. Und mal sind wiederum ganz andere Handlungsfelder relevant.

Die Perspektive wechseln

In diesem Zusammenhang lohnt sich auch die Selbstreflexion: Wie sieht es denn mit Ihrer eigenen Motivation als Ausbilder aus? Sind Sie ständig gut drauf, total engagiert und gleichbleibend leistungsstark? Vermutlich nicht. In Ihrem Arbeitsalltag als Ausbilder wird es immer wieder Situationen geben, in denen Sie hoch- oder weniger motiviert sind. Diese Schwankungen sind ganz normal. Denn im Allgemeinen ist die Motivation ein flüchtiges Gebilde. Sie entwickelt sich nicht gradlinig und bleibt dann auf einem konstanten Niveau stehen. Sie kommt und geht eher in Schüben und verläuft im Zickzackkurs.

Was auf Ausbilder zutrifft, gilt für Auszubildende erst recht. Auch deren Motivation unterliegt Schwankungen. Und diese Motivationsschwankungen bieten sogar einen konkreten Nutzen: Daraus lässt sich nämlich ableiten, wo die Neigungen und Stärken eines Auszubildenden liegen und wie er nach Abschluss seiner Ausbildung bestmöglich im Unternehmen eingesetzt werden kann.

 

Beitrag von: Michael Kluge hat sich als Trainer, Coach und Publizist auf das Thema Berufsausbildung spezialisiert. Er gehört zum Autorenteam von „PersonalAusbilden“ und ist Autor des Fachbuchs „Der Ausbilder als Coach“. Foto: ©studiostoks-Fotolia.com


Alle Irrtümer im Überblick
 

Berufsausbildung: Vor diesen Irrtümern sollten sich Ausbilder schützen!©studiostoks-Fotolia.com

Irrtum Nr. 1: „Ausbilder sind Freunde des Auszubildenden.“

   
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Irrtum Nr. 2: „Nachsicht ist das A und O bei der Beurteilung von Auszubildenden.“

   
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Irrtum Nr. 3: „Auszubildende sind Mitunternehmer.“

   
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Irrtum Nr. 4: „Mangelnde Motivation der Auszubildenden ist die Wurzel allen Übels."

   
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Irrtum Nr. 5: „Die richtige Ausbildungsmethode ist der Garant für Erfolg.“

   
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Irrtum Nr. 6: „Zu wenig Zeit zum Ausbilden ist hinnehmbar."