Berufsausbildung: Vor diesen Irrtümern sollten sich Ausbilder schützen

Irrtum Nr. 5: „Die richtige Ausbildungsmethode ist der Garant für Erfolg.“

Seien wir ehrlich: Wer von uns hegt nicht hin und wieder die Hoffnung, dass Auszubildende die Ausbildungsziele schon erreichen werden, wenn nur die Wissens- und Kompetenzvermittlung spannend genug gestaltet wird?

Doch wie aktuelle Studien- und Forschungsergebnisse nahelegen, sind weder die methodische Aufbereitung der Ausbildungsinhalte noch das Fachwissen des Ausbilders die wichtigsten Faktoren für einen erfolgreichen Lern- und Entwicklungsprozess. Die stärkeren Treiber finden sich auf der zwischenmenschlichen Ebene: Aufmerksamkeit, Anerkennung, Wertschätzung, Zuwendung.

Ob die Berufsausbildung gelingt, hängt demnach vor allem von der Bereitschaft der Ausbilder ab, sich auf die Auszubildenden mit all ihren Stärken und Schwächen einzulassen und für sie als Mentoren da zu sein. Die unterschiedlichsten methodischen und didaktischen Wege können zum Erfolg führen, solange Sie als Ausbilder eine vertrauensvolle Beziehung zu Ihren Auszubildenden pflegen.

Ausbildung ist Beziehungsarbeit

Ganz gewiss wirkt sich der richtige Methodeneinsatz positiv auf die Ausbilder-Auszubildenden-Beziehung aus. Und in dieser Wechselwirkung zwischen differenzierter Methodik und tragfähiger Arbeitsbeziehung kann sich das ganze Potenzial der Ausbildung zum Vorteil der Auszubildenden entfalten.

Umgekehrt können aber selbst die ausgefeiltesten Vorgehensweisen und Methoden eine schlechte Ausbilder-Auszubildenden-Beziehung nicht ausgleichen. Deshalb ist die Reihenfolge so entscheidend: An erster Stelle sollte die Beziehungspflege stehen, dann kommt der Einsatz von Methoden.

Praxistipp

In der Aufmerksamkeitsökonomie konkurriert die berufliche Ausbildung mit dem Überangebot an Stimulation und Impulsen, das jungen Menschen heute über Internet und soziale Medien zur Verfügung steht. Nicht nur deshalb lohnt es sich, diese auch für Ausbildungszwecke zu nutzen.

Aber fokussieren Sie Ihre Energie nicht darauf, mit den neuen Medien um die beste Stimulation oder den größten Kick zu buhlen, nur damit die Ausbildung vermeintlich spannender wird. Sie können Ihren Auszubildenden etwas viel Besseres bieten: sich selbst!

Beitrag von: Michael Kluge hat sich als Trainer, Coach und Publizist auf das Thema Berufsausbildung spezialisiert. Er gehört zum Autorenteam von „PersonalAusbilden“ und ist Autor des Fachbuchs „Der Ausbilder als Coach“. Foto: ©studiostoks-Fotolia.com.


Alle Irrtümer im Überblick
 

Berufsausbildung: Vor diesen Irrtümern sollten sich Ausbilder schützen!©studiostoks-Fotolia.com

Irrtum Nr. 1: „Ausbilder sind Freunde des Auszubildenden.“

   
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Irrtum Nr. 2: „Nachsicht ist das A und O bei der Beurteilung von Auszubildenden.“

   
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Irrtum Nr. 3: „Auszubildende sind Mitunternehmer.“

   
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Irrtum Nr. 4: „Mangelnde Motivation der Auszubildenden ist die Wurzel allen Übels."

   
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Irrtum Nr. 5: „Die richtige Ausbildungsmethode ist der Garant für Erfolg.“

   
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Irrtum Nr. 6: „Zu wenig Zeit zum Ausbilden ist hinnehmbar."

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