10 Tipps, wie Sie mit Fehlern in der Ausbildungspraxis umgehen

3. Tipp: Reflektieren Sie Ihre Erfahrungen!

Scheitern kann befreiend sein – vorausgesetzt, dass Sie daraus lernen. Wer aus seinen Fehlern nicht lernt, ist dazu verurteilt, sie zu wiederholen. Um eine Wiederholung des gleichen Fehlers zu verhindern, ist eine Analyse der Ursachen erforderlich.

Also: Was ist wann und wo passiert? Wie konnte es dazu kommen? Wie lässt sich dieser Fehler in Zukunft vermeiden? Vermeiden Sie dagegen die allgemein übliche Verfolger-Frage: Wer war es? Mit einer derartigen Frage erweisen Sie sich selbst als Teil des Problems, nicht als Teil der Lösung.

Erkundigen Sie sich bei Ihren Auszubildenden, wie deren Fehler entstanden sind. Fehler können wertvolle Informationen über Schwachpunkte in der Ausbildung liefern. Eventuell erkennen Sie, wie Sie Ihre eigenen Ausbildungsmethoden verbessern können.

Finden Sie heraus, ob es Strukturen gibt, die die Fehlerhäufigkeit begünstigen. Einfach gesagt: Ein Fehler ist letzten Endes nichts anderes als eine Abweichung von einer vorgegebenen Norm. Je weniger Normen in Ihrem Ausbildungsbereich existieren, desto geringer ist die Gefahr einer Soll-Ist-Abweichung. Allerdings bedeutet dies im Umkehrschluss auch, dass ein sehr hoher Grad an Standardisierung, der aus einer „So-oder-so“-Alternative ein "Nur So" macht, unter Umständen zu hohen Soll-Ist-Abweichungen führt. Wenn Sie also strukturbedingte Fehler vermeiden wollen, ist es unter Umständen ratsam, den Grad an Standardisierung zu reduzieren. Oder positiv formuliert: Wenn Sie die Chancen zum Lernen fördern möchten, dann ist es empfehlenswert, Lernbereiche zu definieren, die es Ihren Auszubildenden erlauben, nach der Redewendung zu handeln: "Viele Wege führen nach Rom."

Autor: Michael Kluge hat sich als Trainer, Coach und Publizist auf das Thema Berufsausbildung spezialisiert. Er gehört zum Autorenteam von "PersonalAusbilden" und ist Autor des Fachbuchs "Der Ausbilder als Coach". / Foto: © ivector - Fotolia.com

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