10 Tipps, wie Sie mit Fehlern in der Ausbildungspraxis umgehen

7. Tipp: Kommunizieren Sie Fehler im großen Stil!

Ein brasilianisches Sprichwort sagt: "Wir müssen auch aus den Fehlern anderer lernen, denn wir leben nicht lange genug, um sie alle selbst zu machen." Ihre Auszubildenden können aus Ihren Fehlern lernen und umgekehrt – vorausgesetzt, dass alle Beteiligen zu ihren eigenen Fehlern stehen und sich offen darüber austauschen.

Die freie Kommunikation und der stetige Austausch über (beinahe) eingetretene Fehler sowie gegenseitige Hilfe bei der Fehlervermeidung und Fehlervorbeugung fördert ein Lernklima, in dem die Auszubildenden keine Angst haben müssen, zu ihren Fehlern zu stehen. Somit kann nach und nach auch ein Wandel vom Problem- zum Lösungsdenken, vom Vertuschen zum Offenlegen von Fehlern gefördert werden.

Sie können ritualisierte Fehlerbesprechungen, eine Fehlerdatenbank mit Lösungsvorschlägen, Arbeitskreise über Fehler und Fehlerbehebung und ähnliche Maßnahmen einführen, um den Austausch zu fördern. Auch das Aufstellen der bereits erwähnten Pinnwand (siehe Tipp Nr. 5), auf der eigene und fremde Fehler dokumentiert sind, ist eine Möglichkeit, diesen Kommunikationsprozess zu unterstützen.

Sie könnten sogar ein Fehler-Ranking etablieren und die Top Ten der Irrtümer feiern, aus denen alle Beteiligten am meisten gelernt haben. Auch dadurch verlieren Ihre Auszubildenden die Angst vorm Fehlermachen und vor allem die Angst davor, sie einzugestehen. Und selbst bei dem „besten“ Fehler bleibt die Chance, auf mannigfaltige Art daraus zu lernen und die Dinge in Zukunft besser zu machen.

Autor: Michael Kluge hat sich als Trainer, Coach und Publizist auf das Thema Berufsausbildung spezialisiert. Er gehört zum Autorenteam von "PersonalAusbilden" und ist Autor des Fachbuchs "Der Ausbilder als Coach". / Foto: © ivector - Fotolia.com

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