Goldene Regeln für die Weihnachtsfeier

Glühwein, Lebkuchen – und Fettnäpfchen? Auf der betrieblichen Weihnachtsfeier kann einiges schiefgehen. Während Peinlichkeiten auf privaten Feiern vielleicht noch für Erheiterung sorgen, ist der gemeinsame Jahresabschluss mit den Kollegen eine berufliche Veranstaltung, die ein entsprechendes Verhalten voraussetzt. Aber im Idealfall bringt die Teilnahme sogar Vorteile.

Vorsicht bei Alkohol und bestimmten Gesprächsthemen
Als einfachste, aber wichtigste Regel gilt: Wenn Alkohol getrunken wird, dann in Maßen und nicht in Massen. Bier, Wein und Co. senken die Hemmungen. Ob ein Arbeitnehmer sich in betrunkenem Zustand zu abfälligen Bemerkungen über den Chef oder einem Tanz auf dem Tisch hinreißen lässt, ist einerlei. Bei negativen Konsequenzen, die vom Getuschel auf dem Flurfunk bis hin zur fristlosen Kündigung reichen können, ist der Spaß vorbei. Stattdessen empfiehlt Alexander Freiherr von Fircks vom deutschen Knigge-Rat einen "kleinen Cocktail aus Freundlichkeit, Rücksichtnahme und Kontaktfreude".

Übrigens ist auch der Vorgesetzte nur ein Mensch. Kleinere Ausfälle oder ein überschwängliches Angebot zu später Stunde, sich fortan zu Duzen, sind am besten diskret zu behandeln. Auf Nummer sicher gehen Arbeitnehmer, die am Morgen danach beim "Sie" bleiben. Erneuert der Chef sein Angebot mit klarem Kopf, ist gegen das "Du" nichts mehr einzuwenden.

Small-Talk ist auf der Weihnachtsfeier Trumpf. Das bedeutet nicht, dass die eigene Persönlichkeit hinter leeren Phrasen verschwinden muss. Über Hobbys, Musik oder Filme lässt sich vortrefflich diskutieren, dagegen sollten Religion und Politik besser außen vor bleiben. Und: Die Unzufriedenheit mit der eigenen Position oder der Ärger mit einem Kollegen sind keine Themen, die auf der Weihnachtsfeier besprochen werden sollten. Vor allem Personaler verfügen oftmals über sensible Informationen, die nicht auf eine Weihnachtsfeier gehören.

Nicht übertreiben
In puncto Dresscode hält der Knigge-Rat eine "dezente und gepflegte" Kleidung für angemessen. Was darunter zu verstehen ist, hängt von der eigenen Position und dem Ort der Feierlichkeit ab. Wer sich mit einer besonders lustigen Krawatte oder einem gewagten Kleid von den anderen abheben will, erkauft diese "fünfzehn Minuten Ruhm" mit einem dauerhaften Autoritäts- und Respektverlust.

Beim gemeinsamen Essen lauern die nächsten Fallen. Auch wenn die Firma für die Verpflegung aufkommt, ist es ratsam, das Angebot nicht über Gebühr zu strapazieren. Man kennt es aus dem Urlaub: Menschen, die als Erste am Büfett stehen und jeden Winkel des Tellers ausnutzen, um noch etwas mehr aufzuladen, sind wenig sympathisch. Sobald alle sitzen, verbleibt die Serviette bis nach dem Essen auf dem Schoß. Danach wird sie neben den Teller gelegt. Die Ehre, das Mahl zu eröffnen, bleibt übrigens dem ranghöchsten Mitarbeiter vorbehalten.

Weihnachtsfeier zum Erweitern des eigenen Netzwerks nutzen
Verhaltensregeln wie diese sollten auf keinen Fall davon abhalten, überhaupt zur Weihnachtsfeier zu gehen. Eine Absage könnte leicht als Desinteresse oder Arroganz verstanden werden. Das Sprichwort "Pünktlichkeit ist die Höflichkeit der Könige" gilt immer noch. Auch bei der Verabschiedung gilt es, den richtigen Zeitpunkt zu erwischen. Der liegt nicht sofort nach dem Verspeisen des Nachtischs, aber als Letzter sollte man die Feier auch nicht verlassen.

Wer die Gelegenheit beim Schopf packt, kann seine eigene Position im Unternehmen verbessern. In ungezwungener Atmosphäre lassen sich leicht neue Kontakte knüpfen, zumal einem viele Kollegen zumindest schon vom Sehen bekannt sein dürften. Statt sich einer Gruppe anzuschließen, mit der man ohnehin tagein, tagaus seine Arbeitszeit verbringt, sollte man offen auf Mitarbeiter aus anderen Abteilungen oder auch auf Vertreter der Führungsriege zugehen. Dann steht einem guten Eindruck bei den Kollegen und einer Erinnerung an einen schönen und geselligen Abend nichts mehr im Wege.

Weitere Tipps zum richtigen Verhalten gibt es beim Deutschen Knigge-Rat.

Autor: David Schahinian / Foto: © omicron - Fotolia.com

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