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Lebensläufe richtig analysieren – in vier Schritten

Bewerbungsunterlagen – sie dienen dem Abgleich zwischen Anforderungen und notwendigen Qualifikationen. Neben Anschreiben und Arbeitszeugnissen nimmt der Lebenslauf dabei eine besondere Rolle ein. Vorausgesetzt: Sie analysieren ihn richtig.

Lebenslauf richtig analysieren

Das Sichten von Bewerbungsunterlagen gehört für viele Personaler zum Alltag. Sie sind das gängige Instrument zur Vorauswahl. Ihre Aussagekraft entscheidet darüber, ob der Kandidat es in die nächste Runde schafft. Die Motivation der Bewerbung ist zwar von großer Bedeutung. Aber zum Zeitpunkt der Vorauswahl steht vor allem die fachliche Eignung im Vordergrund. Die Bewerbungsunterlagen lassen dabei schnell erkennen, ob ein Bewerber über die Qualifikationen verfügt, die in dem Anforderungsprofil der Stelle beschrieben sind. Eckdaten, Ausbildung und beruflicher Werdegang: Einen guten Überblick über die Eignung eines Bewerbers verschafft der Lebenslauf.

Schritt 1 – Zeitliche Lücken im Lebenslauf prüfen

Prüfen Sie zu Beginn Auffälligkeiten des beruflichen Werdegangs in zeitlicher Hinsicht. Gibt es zwischen einzelnen Stationen Lücken? Wenn ja, wie groß sind diese? Erklären sich die Lücken innerhalb der Unterlagen? Hier können Sie beispielsweise das Arbeitszeugnis der vorherigen Station hinzuziehen. Gibt dies Aufschluss über eine Lücke? Oder ist vielleicht eine berufliche Umorientierung der Grund? Besonders wichtig: Vergleichen Sie die im Lebenslauf angegebenen Daten mit denen der Arbeitszeugnisse. Es sollte dabei eigentlich keine Unstimmigkeiten geben. Bitte bedenken Sie auch: Lücken im Lebenslauf bedeuten nicht gleichzeitig, dass der Kandidat aus dem Auswahlverfahren fällt. Ist das Profil generell interessant, können Sie bei dem Vorstellungsgespräch an diesen Punkten intensiver nachhaken. In vielen Fällen können Bewerber zeitliche Lücken gut begründen.

Schritt 2 – Vorherige Arbeitgeber analysieren

Je nachdem welche Stelle Sie ausgeschrieben haben, macht eine genauere Betrachtung vorangegangener Unternehmen im Werdegang des Bewerbers Sinn. Beispielsweise im Bereich Entwicklung, Marketing oder Vertrieb: Verfügt der Bewerber über Branchenkenntnisse? Kennt er die Anforderungen des Marktes? Falls nein, wie begründet der Kandidat in seinem Anschreiben den angestrebten Branchenwechsel? Darüber hinaus sind auch die Unternehmensgrößen der vorherigen Arbeitgeber aufschlussreich. Das Arbeiten in Kleinbetrieben ist oftmals mit dem in Groß-Konzernen nicht vergleichbar. Auch hier bieten sich Fragen für das Vorstellungsgespräch an: Warum möchte der Bewerber zum Beispiel von einem 5.000 Mitarbeiter großen Unternehmen in einen Kleinbetrieb wechseln – oder andersherum?

Schritt 3 – Vorherige Jobpositionen betrachten

Bewirbt sich jemand bei Ihnen auf einen Stelle mit Verantwortung, hatte bisher aber keine, scheint der Bewerber nach einem Aufstieg zu suchen. So zumindest der erste Eindruck. Umgekehrt hingegen kommen Fragen auf: Warum möchte der Bewerber nun eine Stelle mit weniger oder gar keiner Verantwortung? Die Gründe dafür können vielseitig sein. Die Bewerbungsunterlagen oder das spätere Interview sollten darüber Aufschluss geben. Darüber hinaus: Suchen Sie beispielsweise eine Führungskraft, sollten Sie daraufhin die bisherigen Positionen des Bewerbers analysieren. Ist Führungserfahrung notwendig, achten Sie im Lebenslauf auf Auf- oder Abstiege in der Karriere. Und: Hat der Bewerber schon ein Team in der Größe geführt, wie Sie es erwarten?

Schritt 4 – Der rote Faden

Viele Arbeitgeber wünschen sich im Lebenslauf ihrer Bewerber den sogenannten roten Faden. Der zukünftige Bewerber sollte über eine gewisse Stetigkeit in seinem Werdegang verfügen. Betrachten Sie daher die bisherigen Stationen des Bewerbers. Erkennen Sie eine stetige berufliche Entwicklung? Oder gab es Berufswechsel, die auf Unschlüssigkeit hindeuten? Hat sich diese ggf. irgendwann gelegt? Wie lange dauerten einzelne Stationen? Wie häufig kam es zu Jobwechseln? Prüfen Sie, ob dies in Summe mit Ihren Erwartungen übereinstimmt. Bitte bedenken Sie auch: Den roten Faden sollten Sie in Abhängigkeit der zu besetzenden Stelle sehen. Manchmal macht erst Vielseitigkeit und Erfahrung in verschiedenen Bereichen einen Bewerber interessant.

Lesen Sie auch: Bewerbungsanschreiben richtig beurteilen

Autor: Sven Lechtleitner, Mitautor „Geprüfte Personalfachkaufleute“ – Kapitel Personalbeschaffung, Luchterhand 2014. /Bild: © Butch - Fotolia.com 

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