Mit Mobile Recruiting die Generation Z erreichen

Junge Menschen gelten als besonders mobil-affin. Sie nutzen das Smartphone in nahezu allen Lebensbereichen – auch für Jobsuche und Bewerbungen. So steigt die Bedeutung für Mobile Recruiting.

Smartphone

Das Smartphone ist fester Bestandteil des Alltags. Und das Nutzungsverhalten bestimmt, wie Arbeitgeber ihr Recruiting gestalten. Wie mobil die aktuelle Job- und Kandidatensuche erfolgt, zeigt die Studie "Recruiting Trends 2020" des Centre of Human Resources Information Systems (CHRIS) der Universitäten Bamberg und Erlangen-Nürnberg sowie des Karriereportals Monster. Im Fokus dabei: die Generation Z – also alle nach dem Jahr 2000 Geborenen. Das Ergebnis: Die jüngere Generation sucht mehr als alle anderen mit dem Smartphone nach Stellen und bewirbt sich auf mobilem Wege.

Mobile Recruiting muss schnell und einfach sein

Der Definition zufolge zählt zu Mobile Recruiting, die Stellensuche und Bewerbung über mobile Endgeräte zu ermöglichen. Voraussetzung dafür ist, dass sowohl Stellenanzeigen als auch Karriereseiten mobilfähig sind. Vielen Unternehmen ist die Bedeutung von Mobile Recruiting bewusst. Über 85 Prozent gehen davon aus, dass potenzielle Kandidaten abspringen, wenn sie keine mobilen Recruiting-Wege ermöglichen. Auch zeigen sich Unternehmen im Vergleich zur Studie vor vier Jahren dem Thema aufgeschlossener.

"Da alle mobile sind, heißt mobile schon lange nicht mehr bloß, mobile Endgeräte zu benutzen. Mobile heißt schnell und einfach", sagt Prof. Dr. Tim Weitzel, Studienleiter und Professor am Lehrstuhl für Wirtschaftsinformatik der Universität Bamberg. "Für Unternehmen bedeutet das natürlich, Karrierewebseiten anzubieten, die irgendwie mobil nutzbar sind. Es bedeutet aber vor allem, dass Unternehmen schnell auf Kandidaten reagieren und dass Webseiten wirklich einfach nutzbar sein müssen." Vor allem jüngere Kandidaten würden eine Jobsuche einfach abrechen, wenn sie zu aufwändig werde. Hinzu kämen wachsende Privacy-Sorgen. Der Experte hält für die Zukunft des Mobile Recruiting die Ängste der Nutzer für eine deutlich größere Herausforderung als Technik oder Wirtschaftlichkeit.

Kandidaten versprechen sich Effizienz und Zeitersparnis

Laut Studie geht im Privaten die Nutzung von Endgeräten mit Tastatur zurück. Im Vergleich der Jahre 2018 und 2019 sinkt die Zahl derer, die ein Endgerät mit Tastatur nutzen, um fast 20 Prozentpunkte. Dieses veränderte Nutzungsverhalten bleibt im Recruiting nicht unberücksichtigt. Die meisten Unternehmen erkennen den Einfluss auf die Rekrutierung und wissen, dass potenzielle Kandidaten mobil nach Jobs suchen und sich auf diesem Weg bewerben wollen. Doch eine vollständige Umsetzung von Mobile Recruiting steht bei vielen Arbeitgebern noch aus. Dabei bevorzugt jeder Dritte Kandidat die mobile Bewerbung. Mehr als die Hälfte sieht darin Effizienz und Zeitersparnis.

Generation Z bevorzugt mobile Bewerbung

Im Vergleich zu anderen Generationen setzen die nach dem Jahr 2000 Geborenen bei ihrer Jobsuche deutlich stärker auf das Smartphone. So geben 60,5 Prozent der Befragten an, von unterwegs auf dem Smartphone nach offenen Stellen zu suchen. Knapp 30 Prozent nutzen dazu ein Tablet-PC. Folglich versendet die junge Generation auch häufiger mobil von unterwegs ihre Bewerbung. Gleichzeitig zeigen sie sich kritisch. Denn jeder vierte Bewerber dieser Generation bricht den Prozess der Jobsuche ab, wenn dabei auf dem mobilen Endgerät Darstellungsprobleme vorkommen.

Bei der Generation der Babyboomer hingegen präferieren knapp drei Viertel die traditionelle Bewerbung per E-Mail, bei der Generation Y – also den nach 1990 Geborenen – sind es noch fast 62 Prozent. Die Mehrheit der Generation Z setzt auf die mobile Bewerbung per App anstelle der E-Mail.

"Die Bedeutung von Mobile Recruiting wird weiter zunehmen, da sind wir sicher", sagt Sylvia Edmands, Geschäftsführerin von Monster in Deutschland. "Unternehmen müssen sich nach dem Nutzerverhalten der Bewerber richten und kommen an der zielgerichteten Umsetzung von Maßnahmen zur Optimierung ihrer mobilen Angebote nicht vorbei." Darin stecke aber auch die Chance, das Recruiting effizienter und für alle Beteiligten angenehmer zu gestalten.

Autor: Sven Lechtleitner / Foto: © Adrianna Calvo - Pexels