Personaltrends 2013: Arbeitnehmer rücken in den Mittelpunkt

Der Arbeitsmarkt befindet sich im Umbruch. Die zunehmende Alterung der Gesellschaft und der Siegeszug sozialer Medien werden die Personalarbeit im gerade begonnenen Jahr stärker denn je beeinflussen. Vor allem Arbeitnehmer profitieren von dem steigenden Wert, den sie für die Unternehmen haben. Ältere werden immer gefragter, jüngere müssen zielgerichteter angesprochen werden.

Fachkräfte verzweifelt gesucht
Die Zeiten, in denen sich Personaler ihre Wunschkandidaten aus einer langen Liste von Bewerbern heraussuchen konnten, sind in den meisten Branchen vorbei. Damit rücken ältere Arbeitnehmer zunehmend in den Fokus der HR-Abteilungen. Mittlerweile werden sie aufgrund ihrer Erfahrungen von vielen Experten sogar als ein Wettbewerbsvorteil für ihren Arbeitgeber angesehen.

Eine aktuelle Umfrage der IW Consult bestätigt diesen Trend. Sie befragten dazu im November und Dezember 2012 insgesamt 784 Unternehmensvertreter. Demnach wollen 63,7 Prozent der Betriebe, die in diesem Jahr Einstellungen planen, verstärkt und gezielt Mitarbeiter im Alter zwischen 55 und 64 Jahren rekrutieren. Ältere Arbeitnehmer punkten dabei vor allem mit ihrem Fachwissen und ihrer Qualifikation.

Online und offline - Kommunikation wird immer wichtiger
Bei der Besetzung von Fach- und Führungspositionen kommen die Unternehmen am Einsatz der neuen Medien nicht mehr herum. Das gilt sowohl für die Personalgewinnung als auch für die Arbeitsmöglichkeiten, die von den Nachwuchskräften verlangt werden. Ob man den Trend nun unter dem Begriff Mobile Recruiting, Social Media oder Networking zusammenfassen will: Eine zeitgemäße Ansprache und die Möglichkeit, mit dem Unternehmen kommunizieren zu können – und zwar in beide Richtungen -  werden künftig auch für kleine und mittlere Unternehmen zum Standard werden. Größere Konzerne sind es dagegen schon länger gewohnt, global um die besten Talente kämpfen zu müssen.

Auch die zunehmende Vielfalt in der Belegschaft ist ein Kommunikationsthema. Während  ältere Arbeitnehmer oft mit ihrer großen Erfahrung auftrumpfen, haben sie  eventuell bei der Bedienung von Smartphones und Tablets Nachholbedarf. Jüngere Generationen sind mit diesen Geräten aufgewachsen, verfügen aber oft noch nicht über die Menschenkenntnis der älteren Kollegen. Eine gute Personalstrategie berücksichtigt diese Unterschiede und sorgt dafür, dass jeder Mitarbeiter seine individuellen Stärken einbringen und an seine Kollegen weitergeben kann.

Arbeitswelt wird individueller
Die Führung der Mitarbeiter wird wichtiger denn je, darin sind sich viele Personaler einig. Als Querschnittsthema beeinflusst sie den Wert und den Erfolg eines Unternehmens an zahlreichen Stellen. Beispiel Gesundheit: Die wachsenden Anforderungen an die Arbeitnehmer sind mittlerweile auf nahezu jeder Ebene zu spüren. Sie haben zu einer drastischen Zunahme an psychischen Leiden geführt. Ein guter Chef wird stärker darauf achten müssen, dass er seine Mitstreiter fördert, aber nicht überfordert.

Ein weiteres Beispiel ist das, was die Trendscouts von JWT Intelligence vorausschauende Personalisierung nennen. Diese Entwicklung betrifft die Unternehmen sowohl extern als auch intern. Wobei Personaler vor allem die internen Folgen vor neue Herausforderungen stellen. Die Kunst besteht darin, jedem Mitarbeiter das Umfeld zu bieten, in dem er seine Aufgaben am besten bewältigen kann. Von der Arbeitszeit über Zusatzleistungen bis hin zu besonderen Arbeitsmitteln ist hier vieles denkbar. In der Praxis scheitern solche Konzepte meist noch an starren Strukturen und restriktiven Regeln.

Arbeitnehmer wollen mehr Geld und Respekt
Und die Mitarbeiter? Auch ihre Ziele und Wünsche für 2013 wurden erfragt, und zwar von dem Personaldienstleister Manpower. Geld und Anerkennung stehen bei ihnen weit oben auf der Rangliste ihrer Karriereziele, so das Ergebnis. 37 Prozent wünschen sich mehr Gehalt, 17 Prozent mehr Wertschätzung für ihre Arbeit. An guten Vorsätzen haben sie sich vor allem vorgenommen, sich Probleme im Unternehmen nicht mehr so sehr zu Herzen zu nehmen (26 Prozent) sowie sich stärker im Beruf zu engagieren (15 Prozent).

Autor: David Schahinian / Foto: © Photo-K - Fotolia.com