Smartphone und Tratschen – die Produktivitätskiller Nummer eins

Kurz eine Whatsapp-Nachricht verschicken, das ist doch schnell gemacht – denken viele Mitarbeiter. Ein Irrglaube: Unterbrechungen bei der Arbeit gehen vor allem zu Lasten der Produktivität. Worauf Arbeitgeber achten sollten, erfahren Sie hier.

Smartphone und Tratschen - Produktivitätskiller

Jeder vierte Arbeitnehmer verbringt während eines typischen Arbeitstages mindestens eine Stunde mit persönlichen Anrufen, E-Mails und Textnachrichten. Das Ergebnis liefert eine US-Studie von Careerbuilder.com, bei der die Jobbörse mehr als 2.000 Personalchefs und HR-Professionals sowie über 3.000 Vollzeit-Arbeitnehmer in Amerika befragte. Ein weiteres Ergebnis: 21 Prozent der befragten Angestellten schätzen, dass sie eine Stunde oder mehr ihrer Arbeitszeit damit verbringen, im Internet nicht arbeitsbezogene Informationen zu suchen.

Das Verhalten von Mitarbeitern beeinflusst unmittelbar die Arbeitsleistung. Aber auch weitere Faktoren wie Besprechungen oder Tagungen können Hindernisse produktiver Leistung sein. Careerbuilder.com fragte die Arbeitgeber: Was glauben Sie, sind die stärksten Produktivitätsblocker am Arbeitsplatz? Das Ergebnis ist eine Top-Ten-Liste mit Zeitfressern, die Mitarbeiter am häufigsten von ihrer Arbeit ablenken.

 1. SMS/Textnachrichten per Smartphone – 50 Prozent
 2. Tratschen – 42 Prozent
 3. Internetnutzung – 39 Prozent
 4. Soziale Netzwerke – 38 Prozent
 5. Snack-/Raucherpausen – 27 Prozent
 6. Lautstarke Kollegen – 24 Prozent
 7. Meetings – 23 Prozent
 8. E-Mails – 23 Prozent
 9. Vorbeischauende Kollegen – 23 Prozent
10. Freisprechanlage der Kollegen – 10 Prozent

Immer vernetzt, immer online: Das Smartphone führt eindeutig die Liste der Top-Produktivitätsblocker an. Angestellte haben zu jeder Zeit und an jedem Ort Zugriff auf private Textnachrichten und soziale Netzwerke. Eine Antwort ist mal eben geschrieben, ein Posting schnell abgesetzt. Darüber hinaus halten über 40 Prozent der Unternehmen Klatsch und Tratsch am Arbeitsplatz für eine Leistungsbremse. Überraschend hingegen: Jeder vierte Arbeitgeber sieht in Meetings ein Hindernis, wobei er diese in der Regel selbst bestimmt oder einberuft.

Solange das Ergebnis der Arbeit stimmt, nehmen manche Unternehmen die Privateinheiten der eigentlichen Arbeitszeit hin. Die Mehrheit der Arbeitgeber (73 Prozent) hat allerdings schon einige Gegenmaßnahme implementiert. Das Ziel: Die Produktivitätskiller bei der Arbeit mildern. Der US-Studie nach verwenden Arbeitgeber dazu folgende Strategien:

  • Blockieren bestimmter Webseiten – 36 Prozent
  • Verbieten privater Telefongespräche oder Nutzung privater Smartphones – 25 Prozent
  • Überwachen von E-Mails und Internetnutzung – 22 Prozent
  • Pausen zeitlich festlegen – 19 Prozent
  • Ermöglichen von Telearbeit – 14 Prozent
  • Open Space statt Einzelbüros – 13 Prozent
  • Meetings zeitlich begrenzen – 12 Prozent
  • Telefonate mit Freisprechanlage beschränken – 11 Prozent

Viele Führungskräfte halten ihre Teamleistung auf einem wünschenswerten Level, warnen aber auch, dass kleine Ablenkungen zu größeren Produktivitätslücken führen können, sagt Rosemary Haefner, Vice President Human Resources bei Careerbuilder.com. Ihre Lösung: Unterbrechungen minimieren und private Kommunikation auf die Pauszeiten beschränken. Dies könne für mehr Zeit und Schwung im Arbeitsalltag sorgen. Haefner gibt aber auch Tipps, wie Angestellte und Unternehmen die Arbeitszeit effizienter nutzen können:

Organisieren und Priorisieren: Entwirren Sie Ihren Arbeitsplatz und erstellen Sie eine Art Spielplan für die Woche. Was haben Sie jeden Tag zu erledigen? Wie viel Zeit benötigen Sie für jedes Projekt? Welche haben höchste Priorität?

Unterbrechungen begrenzen: Eingehende Anrufe und Privatgespräche mit Kollegen unterbrechen die Konzentration und fressen Zeit. Blocken Sie einen Besprechungsraum, um in Ruhe an einem Projekt zu arbeiten. Öffnen Sie nicht jede E-Mail sofort, lesen Sie Ihre Mails gesammelt in Abständen. Falls möglich, legen Sie Telefonate auf bestimmte Tage.

Unnötige Sitzungen vermeiden: Nehmen Sie an keinen einstündigen Besprechungen teil, deren Inhalte Sie in einem kurzen Telefongespräch klären können. Lehnen Sie solche Termine höflich ab und klären Sie alles Weitere mit dem Verantwortlichen.

Privates geht auf eigene Zeit: Ob der Anruf eines Freundes oder das Posting eines Fotos auf Ihrem Social-Media-Profil – erledigen Sie diese Dinge während Ihrer Pausenzeiten oder nach Feierabend.

Mit Bedacht kommunizieren: Verbringen Sie nicht 20 Minuten mit dem Schreiben einer Mail, wenn der Empfänger im Büro nebenan sitzt. Sparen Sie Zeit, in dem Sie das Telefon zur Hand nehmen oder kurz zum Schreibtisch des Kollegen laufen.

Weiterführende Informationen zum Thema:
Hier finden Sie die Ergebnisse der US-Studie von Careerbuilder.com in englischer Sprache.

Autor: Sven Lechtleitner/Bild: ©lassedesignen - Fotolia.com