Sozial-und Rentenversicherung: Was sich zum Jahresbeginn ändert

Rentenbeitrag, neuer Meldeschlüssel, Familienpflegezeit, Renteneintrittsalter und Versicherungspflicht für Teilnehmer an dualen Studiengängen: Das Jahr 2012 hat auch im Bereich der Sozial- und Rentenversicherung zahlreiche Neuerungen mit sich gebracht.

Mit Jahresbeginn 2012 beträgt der Beitragssatz in der gesetzlichen Rentenversicherung 19,6 Prozent. Eine Erleichterung für Arbeitgeber und Arbeitnehmer um 0,3 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.

Ebenfalls neu ist die stufenweise Anhebung der Altersgrenze für die Regelaltersrente von 65 auf 67 Jahre. Erstmalig betroffen sind Personen, die im Jahr 1947 geboren sind. Bei ihnen gilt die Regelaltersrente von 65 Jahre und 1 Monat. Die weitere Erhöhung der Regelaltersgrenze erfolgt vorerst um jeweils einen weiteren Monat pro Geburtsjahrgang. Folgen wird eine Anhebung um zwei Monaten je Geburtsjahrgang.

Bei den Meldeverfahren der Sozialversicherung gelten schon seit Dezember 2011 Neuregelungen. Der bisher fünfstellige Meldeschlüssel ist auf neun Stellen erweitert worden. Grund für die Erweiterung des Schlüssels sind u.a. neu entstandene Berufe und Bildungsabschlüsse. Arbeitgeber müssen fortan zur ausgeübten Tätigkeit ihrer Mitarbeiter auch Angaben zu deren Vertragsform, Schul- und Berufsausbildungsabschluss sowie zur Arbeitnehmerüberlassung machen. Der neue Schlüssel muss bereits für die Jahresmeldungen 2011 berücksichtigt werden.

Weiter ist die Versicherungspflicht für Teilnehmer an dualen Studiengängen seit Jahresbeginn einheitlich geregelt. Sie werden in der Sozialversicherung den zur Berufsausbildung Beschäftigten gleichgestellt und müssen somit Kranken-, Pflege- und Rentenversicherungsbeiträge leisten.

Ebenfalls ist am 1. Januar 2012 das Familienpflegezeitgesetz in Kraft getreten. Es soll Arbeitnehmern die Möglichkeit geben, durch Vereinbarung mit dem Betrieb längerfristig und mit finanzieller Absicherung ihre Arbeitszeit für die Pflege von Angehörigen für maximal zwei Jahre zu reduzieren. In der nächsten Woche werden wir ausführlicher über dieses Thema berichten. In unseren neuen Beiträgen im Arbeitsrechtslexikon zur Familienpflegezeit finden Sie schon heute wichtige Informationen, die seit Jahresbeginn von Bedeutung sind.