Wie blicken Arbeitgeber auf 2014?

2014 könnte ein gutes Jahr für deutsche Arbeitgeber werden. In zahlreichen Branchen wird mit einem positiven Verlauf des Geschäftsjahres gerechnet. Viele Unternehmen erwarten Produktions- und Umsatzsteigerungen, die gesamtwirtschaftlichen Indikatoren zeigen ebenfalls leicht nach oben. Als ein Motor der deutschen Wirtschaft scheint sich einmal mehr der Mittelstand zu erweisen.

Kompassnadel zeigt auf TrendMehr Wachstum, weniger Insolvenzen
Wirtschaftsexperten sind sich weitgehend einig, dass das Jahr 2014 Positives erwarten lässt. Forschungsinstitute, die Bundesregierung sowie die Bundesbank gehen von einem Wachstum des Bruttoinlandsprodukts um 1,2 bis 2 Prozentpunkte aus, und auch die Produktivität soll um 0,3 bis 1,2 Prozentpunkte zunehmen. Gute Nachrichten kommen außerdem von Euler Hermes. Einer Prognose des Kreditversicherers zufolge wird die Zahl der Unternehmensinsolvenzen in Deutschland 2014 um weitere sechs Prozent zurückgehen, nachdem bereits 2013 ein Rückgang um sechs Prozent zu verzeichnen war.

Arbeitgeber sind zuversichtlich
Der positive Ausblick der Forscher wird von den überwiegend optimistischen Arbeitgebern bekräftigt. Das Institut der deutschen Wirtschaft (IW) Köln hat 48 Wirtschaftsverbände um eine Prognose für 2014 gebeten. Das Ergebnis: In 34 von 48 Wirtschaftszweigen wird mit einem Produktionsanstieg und höheren Umsätzen als im abgelaufenen Jahr gerechnet. "Schon lange nicht mehr hat die deutsche Wirtschaft so positiv in die Zukunft geschaut", berichtet IW-Direktor Professor Michael Hüther.

Als Grund dafür wird vor allem die "robuste inländische Konjunktur" und die zuletzt positivere Entwicklung im Euroraum genannt. In den meisten Wirtschaftssparten wollen die Unternehmen mindestens in gleichem Maße investieren wie 2013, in 16 Branchen soll das Investitionsvolumen sogar zunehmen.

Zurückhaltung bei Neueinstellungen
Trotz der überwiegend positiven Ausblicke verhalten sich viele Arbeitgeber zurückhaltend bei Neueinstellungen. Das zeigt das Arbeitsmarktbarometer des Personaldienstleisters Manpower. Während lediglich acht Prozent der deutschen Unternehmen im ersten Quartal 2014 Personal suchen wollen, gehen 83 Prozent von einem unveränderten Personalbestand aus. Auch die IW-Umfrage zeigt ein ähnliches Bild: Die Zahl der Berufsverbände, die einen Personalaufbau beziehungsweise -abbau erwarten, hält sich mit jeweils zehn die Waage. Herwarth Brune, Geschäftsführer der ManpowerGroup Deutschland, sieht die Zurückhaltung in der Politik begründet: "Vor einer Personalaufstockung brauchen die Arbeitgeber Gewissheit darüber, wie sich die von der großen Koalition beschlossenen arbeitsmarktpolitischen Neuerungen auswirken."

Arbeitgeber im Süden Deutschlands sind der Manpower-Prognose zufolge optimistischer, während sich die Stimmung im Norden und in Berlin eher eingetrübt hat. Vor allem Fachkräfte mit Finanzexpertise hätten weiterhin gute Jobchancen. Auch viele Arbeitgeber der Logistikbranche seien bereit, ihr Personal aufzustocken. Darüber hinaus rechnen Energieunternehmen, die öffentliche Hand sowie Arbeitgeber im sozialen Umfeld mit einem steigenden Mitarbeiterbedarf zum Jahresanfang.

Mittelstand hofft auf sehr gute Geschäfte
Der Mittelstand erwarte von der neuen Bundesregierung "investitionsfreundlichere Rahmenbedingungen", so Mario Ohoven, Präsident des Bundesverbandes mittelständische Wirtschaft (BVMW). Trotzdem zeigen die Ergebnisse der zum Jahreswechsel veröffentlichen repräsentativen Unternehmerumfrage des Verbandes, dass diese Unwägbarkeit die Stimmung bei den Mittelständlern kaum eintrübt.

Mehr als die Hälfte von ihnen rechnet mit einer gleichbleibend guten Geschäftslage, 38 Prozent erwarten sogar noch höhere Umsätze im ersten Halbjahr 2014. Ähnlich sehen die Zahlen in puncto Investitionsbereitschaft aus: 32 Prozent wollen mehr investieren als in 2013. Mehr als ein Drittel der Mittelständler plant darüber hinaus Neueinstellungen. Sorgenfrei sind jedoch auch sie nicht. Der Umfrage zufolge machen den mittelständischen Unternehmen vor allem die Steuerlast, die Energiekosten und der Fachkräftemangel zu schaffen.

Weiterführende Informationen zum Thema

 Autor: David Schahinian / Foto: © Olivier Le Moal - Fotolia.com

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