Wie Sie Ihre Arbeitgebermarke stärken

Employer Branding hat in den letzten Jahren enorm an Bedeutung gewonnen. In Zeiten des Fachkräftemangels herrscht eine große Konkurrenz um die besten Mitarbeiter. Wer sich als attraktiver Arbeitgeber präsentiert, kann entgegenwirken.

Gerade in Zeiten der Digitalisierung, greifen besonders viele junge Leute zu Bewertungsportalen, um sich einen ersten Eindruck eines potentiellen Arbeitgebers zu verschaffen. Für Unternehmen wird es wichtiger, mit ihrer Marke Transparenz, Dialogbereitschaft, Vertrauen und Glaubwürdigkeit aussenden. Wer als Arbeitgeber heutzutage erfolgreich sein möchte, braucht vor allem eins: echte Werte! Gerade alt bewährte und traditionelle Arbeitgebermarken sollten sich nicht, auf ihre lange Tradition ausruhen, sondern müssen – gerade in diesen rasanten Zeiten – an ihrem Markenselbstbewusstsein arbeiten. Die Kölner Agentur "Gute Botschafter" für sinnstiftende Markenführung hat es sich zum Ziel gemacht, Marken zum Leuchten zu bringen. Das Rezept dazu lautet: Sinn und Profit statt Ziellosigkeit und Energieverlust. Um Arbeitgebermarken zum Leuchten zu bringen, arbeiteten "Gute Botschafter" mit einem eigens dafür entwickelten Positionierungsdesign.

Dieses Design umfasst sechs Handlungsfelder. Diese Bereiche wirken wie ein Kompass, der die genaue Positionierung und den Aufbau, einer echten Arbeitgebermarke bestimmt und Teil eines ganzheitlichen Prozesses ist. Dies führt zu einer authentischen Arbeitgebermarke. Jedoch sollten Sie beachten, dass Sie als Arbeitgeber nur zu einem authentischen Arbeitgeber werden können, wenn Sie das Versprochene auch einhalten. Das heißt konkret, wenn ein Arbeitgeber verspricht, "bei uns steht der Mensch im Mittelpunkt", dann sollte sich das auch im Arbeitsalltag widerspiegeln. Fall das nicht geschieht, entlarven Mitarbeiter das Unternehmen schnell und der schöne Schein bekommt Risse. Daher ist zu empfehlen, vorhandene "Baustellen" im Unternehmen zuzugeben und offen daran zu arbeiten, anstatt mit Worthülsen glänzen zu wollen sind. Die sechs Handlungsfelder für eine authentische Arbeitgebermarke sehen nun folgendermaßen aus:

1. Handlungsfeld: Sichtbarkeit

Zunächst ist es sinnvoll, dass Sie als sich Unternehmen die Frage stellen, warum Sie tun was Sie tun! Jedes Unternehmen hat eine Vision und eine Mission, das es klar herausstellen möchte. Ohne diese Klarheit im Innern, kann eine positive und klare Wahrnehmung im Außen nicht stattfinden. Denn nur durch diese Klarheit, über Sinn und Sinnstiftung des eigenen Unternehmens, findet die eigene Marke ihre Authentizität. Diese Authentizität ist das Alleinstellungsmerkmal eines Unternehmens – ein Wert, der nicht imitiert werden kann und damit auch sichtbar wird. Durch diese Wahrnehmbarkeit im Innen wie im Außen, ist es nun möglich prägnante, kontinuierliche Botschaften zu senden. Diese Botschaften gelangen in das Bewusstsein und lassen Bindungen entstehen.

2. Handlungsfeld: Rekrutierung

Beim Handlungsfeld Rekrutierung ist es wichtig, in das Mindset potenzieller Mitarbeiter vorzudringen und sich als Wunscharbeitgeber zu profilieren. Das führt dazu, dass Sie sich im Kampf um die besten Talente auf dem Arbeitnehmermarkt abgrenzen und die besten Talente für sich gewinnen können. Gerade bei der Gewinnung von jungen Mitarbeitern, sollten Unternehmen sich den Profilen ihrer Kandidaten anpassen. Traditionelle Organisationsmodelle, sind oft nicht damit ausgestattet, die komplexen Arbeitsverhältnisse sowie das Arbeitsverständnis der jungen Generation zu erfüllen.

3. Handlungsfeld: Einarbeitung

Bei der Einarbeitung sollten Sie den Einstieg in das Unternehmen erfolgreich und erwartungstreu gestalten. Ein verantwortungsvolles und nachhaltiges Onboarding ist hier sinnvoll, dass nicht nur die fachlichen Aspekte einschließt. Eine persönliche Bindung an neue Kollegen sowie das Arbeitsumfeld sind wichtig, damit beide Seiten auch langfristig voneinander profitieren können. Kurz gesagt: Ein erfolgreiches Onboarding umfasst die fachliche, die soziale und die werteorientierte Ebene. Eine Willkommenskultur und Vertrauen sind dabei wichtige Pfeiler.

4. Handlungsfeld: Zusammenarbeit

In der Zusammenarbeit ist es wichtig, eine produktive und angenehme Arbeitsatmosphäre gewährleisten um die Bindung der Mitarbeitenden zu sicherzustellen. Dazu gehören eine konstruktive Feedbackkultur, flache Hierarchien, eigenverantwortliches Arbeiten, flexible Arbeitszeitmodelle sowie Wertschätzung. Ein persönlicher Coach, gerade bei Neulingen, kann eine wertvolle Anbindung zum Unternehmen sein. Mit Zielvereinbarungen, lässt sich die Entwicklung eines neuen Mitarbeiters in die richtige Richtung lenken.

5. Handlungsfeld: Entwicklung

Die Anknüpfung der Potenziale eines Mitarbeitenden, zur Steigerung der Zufriedenheit und der Bindung von Talenten, ist im Handlungsfeld Zusammenarbeit ausschlaggebend. Dazu gehören Weiterbildungs- und Aufstiegsmöglichkeiten ebenso dazu, wie Angebote an Zusatzleistungen und die Vermittlung eines Wir-Gefühls. Versprochenen Werte, die nicht dem Alltag der Mitarbeiter entsprechen, können sich schnell rumsprechen. Daher liegt der Fokus auf eine erfolgreiche Zusammenarbeit. Denn zufriedene Mitarbeiter, die sich als fester Bestandteil eines Unternehmens sehen und im Firmen-Netzwerk verwurzelt sind, treten als positive Multiplikatoren auf und werben automatisch im ihrem eigenen Netzwerk neue Fachkräfte an. Da ist ein essentieller Bestandteil der Employer-Branding-Strategie.

6. Handlungsfeld: Abschied

Den Abschied von Beschäftigten gestalten Unternehmen oft lieblos. Eine wohlwollende und wertschätzende Organisation des Weggangs von Mitarbeitern im Unternehmen hat mit einer guten Abschiedskultur zu tun. Wertschätzung und eine individuelle Verabschiedung des Mitarbeiters wirken dabei unterstützend. Der Eindruck, den Mitarbeitende als letztes aus dem Unternehmen mitnehmen, tragen sie in die Welt hinaus – und dieser ist nachträglich oft nicht mehr zu korrigieren.

Da die sechs Handlungsfelder ineinanderwirken, es wichtig zu verstehen, dass jedes Handlungsfeld für das jeweilige andere Feld Bedeutung hat. Somit entsteht eine Positionierung, die durch innere und äußere Kraft sowie durch Bedeutung und Stabilität geprägt ist. Dieser Strategieansatz ermöglicht es, eine Idealbeziehung zwischen dem Unternehmen und seinem Umfeld herzustellen, dass zentral als unternehmerisches Ziel definiert werden kann. Damit diese Positionierung auch ganzheitlich, in eine authentische Arbeitgebermarke münden kann, sind zudem drei Begriffe wichtig: Das "Warum", dass "Wie" und das "Was". Anders ausgedrückt: die Frage nach der Sinnstiftung, der Alleinstellung und der Differenzierung.

Wenn die Sinnhaftigkeit des eigenen Unternehmens klar definiert ist, entsteht eine Differenzierung, die aus dem Kern des Unternehmens kommt und damit auf Oberflächlichkeiten sowie schönes Beiwerk verzichten kann. Aus dieser Position heraus, entsteht ein Leistungsverhältnis, dass schwer nachzuahmen ist. Damit transportieren Sie eine Wertehaltung, die sich über Produkte und Dienstleistungen erstreckt. Wenn diese Schritte einmal geschafft sind, steht der Ideal-Beziehung eines Unternehmens – im Innen wie im Außen – nichts mehr im Wege.

Autorin: Dalia El Gowhary, freie Journalistin für Personal und HR
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