Bundesarbeitsminister Hubertus Heil (SPD) hat eindringlich an die Arbeitgeber appelliert, Homeoffice zu ermöglichen, „wo immer es geht“. Die Corona-Infektionszahlen in vielen Regionen Deutschlands seien viel zu hoch, sagte er nach einem Gespräch mit DAX 30-Personalvorständen und -Betriebsräten. Es müsse alles Notwendige getan werden, um das Infektionsgeschehen in den Griff zu bekommen.

Mit dem Kurzarbeitergeld sei es in der Krise bereits gelungen, Millionen Arbeitsplätze zu sichern. Im Gespräch mit den Personalvorständen sei nun konkret erörtert worden, was in den Betrieben zu tun ist, um die Infektionszahlen zu senken: „Wir müssen mit aller Macht verhindern, dass Arbeitsplätze zum Infektionsort werden.“ Keiner könne wollen, dass die gesamte Wirtschaft in den Lockdown geschickt werden muss, was in Deutschland bisher nicht der Fall sei.

Zwei Maßnahmen seien dabei besonders wichtig, so Heil weiter: Zum einen das Arbeiten von zu Hause, wo immer es sinnvoll und möglich ist, „und zwar sofort“. Das sei die klare Erwartungshaltung der Bundesregierung und auch der Ministerpräsidentenkonferenz. Um für Eltern mehr Sicherheit zu schaffen, sei der Anspruch auf Kinderkrankengeld erweitert worden.

Wo die Berufsausübung aus dem Homeoffice nicht möglich ist, sollte zum anderen ganz besonders darauf geachtet werden, die Arbeitsschutzstandards konsequent einzuhalten. Dazu gehöre beispielsweise, Hygienekonzepte in der betrieblichen Wirklichkeit umzusetzen und gegebenenfalls besondere Maßnahmen für gefährdete Gruppen am Arbeitsplatz zu ergreifen.

Die Gesundheit der Menschen am Arbeitsplatz zu gewährleisten gelinge nur, wenn alle mitziehen, betonte der Minister. Daher sei der Austausch mit den Personalvorständen wichtig gewesen. Auch mit den Gewerkschaften und den Arbeitgeberverbänden wolle er dazu im Gespräch bleiben. Viele Unternehmen würden die Vorgaben bereits vorbildlich umsetzen: „Aber der Aufruf geht auch an diejenigen, die das bisher nicht tun.“

Das sechsminütige Statement ist auf der Website des Bundesarbeitsministeriums in Bild und Ton abrufbar.

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