Unternehmen fürchten sich zunehmend vor Cyberkriminellen. Vielfach zu Recht: 44 Prozent hatten in den vergangenen beiden Jahren konkrete Hinweise auf solche Attacken. 28 Prozent der Betroffenen beobachteten eine gesteigerte Anzahl von Angriffen während der Pandemie. Dennoch mangelt es vielerorts an entsprechenden Krisenplänen oder Schutzmaßnahmen.

Das sind Ergebnisse einer Studie der Beratung EY, die Geschäftsführer sowie Führungskräfte aus IT-Sicherheit und Datenschutz von mehr als 500 deutschen Unternehmen befragt hat. 63 Prozent von ihnen schätzen das Risiko, Opfer von Datenklau zu werden, als groß ein. So hoch war der Anteil seit dem Start der alle zwei Jahre durchgeführten Befragung im Jahr 2011 noch nie. 65 Prozent erwarten des Weiteren, dass es noch stark zunehmen wird – auch das ist ein neuer Höchstwert.

Gleichwohl sehen 27 Prozent der befragten Manager ihr Unternehmen nicht wirkungsvoll gegen Informationsabfluss abgesichert. 26 Prozent haben keine Krisenpläne zur Reaktion auf Datenklau-Fälle vorbereitet, während 22 Prozent solche Pläne im Unternehmen nicht einmal bekannt sind. Die größte Gefahr sehen die Befragten im organisierten Verbrechen, aber auch sogenannte Hacktivisten oder ausländische Geheimdienste werden von vielen gefürchtet. Angriffe werden dabei am ehesten aus China oder Russland erwartet – bei beiden ist das vermutete Gefährdungspotenzial im Vergleich zur letzten Befragung deutlich von 41 auf 59 beziehungsweise von 31 auf 56 Prozent gestiegen.

Eine Reputationsschädigung oder einen Wettbewerbsvorteil hatten „nur“ 12 beziehungsweise 11 Prozent der Angreifer zum Ziel, so ein weiteres Ergebnis der Studie. Bei 75 Prozent der entdeckten Angriffe ging es vielmehr um Geld. Da wundert es nicht, dass Täter insbesondere umsatzstarke Unternehmen ins Visier nehmen. So hatten 32 Prozent der befragten Unternehmen mit einem Umsatz von mehr als 50 Millionen Euro bereits mehrfach Hinweise auf Angriffe. Das heiße aber nicht, dass andere Unternehmen sicher sind, sagt Bodo Meseke von EY: Jeder hat etwas Wichtiges zu verlieren: Das können neben Geld und Geschäftsgeheimnissen auch Kundendaten oder die Reputation sein.“

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