Eine Redakteurin des SWR klagte gegen den Sender, weil sie ihren Posten als Redaktionsleiterin räumen musste. Sie führte dies vor allem darauf zurück, dass sie sich in der Vergangenheit über eine sexuelle Belästigung durch einen Vorgesetzten beschwerte. Das Arbeitsgericht (ArbG) Stuttgart wies ihre Klage jedoch im Wesentlichen ab.

Die Frau wollte festgestellt wissen, dass ihr die Funktion als Redaktionsleiterin mit dem Tätigkeitsbereich Dokumentarische Formate/Fiktion unbefristet zusteht. Sie fühlte sich benachteiligt und führte das auf eine Beschwerde zurück, die sie in der Vergangenheit vorgebracht hatte. Ein SWR-Vorgesetzter soll sie, so berichtet unter anderem die TAZ, 2006 bedrängt und begrapscht haben. Sie erstattete keine Anzeige, meldete dem Sender den Vorfall aber 2008, um nicht mehr unter diesem Vorgesetzten arbeiten zu müssen. Der Sender dagegen argumentierte vor Gericht, dass ihr die Stelle als Redaktionsleiterin gemäß vertraglicher Vereinbarung nur befristet übertragen worden sei.

Das Gericht kam zu dem Ergebnis, dass der Anspruch der Klägerin auf Weiterbeschäftigung in ihrer alten Funktion unbegründet ist. Grund ist, dass die Parteien in der Zwischenzeit einen anderen Tätigkeitsbereich vereinbart hätten. Auf ihre Beschwerde wegen der sexuellen Belästigung sei es im vorliegenden Rechtsstreit nicht angekommen.

In einem anderen Verfahren hatte ein Regisseur den SWR auf Erhalt seiner Abteilungsleiter-Stelle verklagt, die 2019 nicht mehr verlängert wurde. Auch er erhielt seine Aufgabe jedoch vor Gericht nicht mehr zurück. Er brachte seine Degradierung damit in Zusammenhang, dass er die Redaktionsleiterin unterstützt hat.

Urteil des ArbG Stuttgart vom 21. Januar 2022 (Az.: 24 Ca 4698/20). Beide Parteien können gegen das Urteil Berufung beim Landesarbeitsgericht Baden-Württemberg einlegen.

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