Für zahlreiche Unternehmen sind die Corona-Hilfen des Staates überlebensnotwendig. Ob sie durchhalten, ist jedoch fraglich: Einer aktuellen Analyse zufolge sieht sich dennoch ein Viertel von ihnen in der Existenz bedroht.

Das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) hat im vierten Quartal 2020 in einer repräsentativen Erhebung erfragt, inwieweit Unternehmen staatliche Unterstützungsmaßnahmen in Anspruch genommen haben: Es waren 19 Prozent. Die Maßnahmen wurden überwiegend positiv beurteilt. 49 Prozent der betroffenen Betriebe gaben sogar an, einen „sehr hohen Nutzen“ aus den Hilfen zu ziehen.

Trotzdem mussten 21 Prozent der Betriebe, die staatliche Hilfe beantragt hatten, im dritten Quartal 2020 Personal entlassen. 27 Prozent rechneten zudem mit einem weiteren Rückgang der Beschäftigung in den nächsten zwölf Monaten. Rund ein Viertel der unterstützten Unternehmen befürchtete trotz der Hilfen eine Insolvenz. Bei den von der Coronakrise betroffenen Betrieben, die keine Unterstützung beantragt hatten, lagen die Zahlen jeweils deutlich niedriger.

„Eine deutliche Diskrepanz zwischen den beiden Gruppen zeigt sich zudem, wenn man den Anteil der entlassenen Beschäftigten an allen Beschäftigten betrachtet“, berichtet das IAB weiter. Betriebe, die seit Beginn der Pandemie staatliche Hilfen beantragt hatten, entließen im dritten Quartal des vergangenen Jahres 3,6 Prozent ihrer Beschäftigten. Bei den Betrieben, die keine staatliche Unterstützung beantragt hatten, waren es „nur“ 1,4 Prozent. Letztere haben zudem insgesamt mehr Neueinstellungen als Entlassungen vorgenommen, während sich Entlassungen und Neueinstellungen bei den unterstützten Betrieben die Waage hielten.

Die Forscher kommen insgesamt zu dem Ergebnis, dass die Arbeitsplatz- und Insolvenzrisiken in den Betrieben, die staatliche Hilfen beantragt hatten, deutlich höher ausfallen als in anderen Betrieben. Es sei aber nicht gänzlich auszuschließen, dass sie sich auch unabhängig von der Corona-Krise schlechter entwickelt hätten. Trotzdem könne davon ausgegangen werden, dass die Hilfen dazu beigetragen haben, zumindest temporär Beschäftigung zu sichern und die Zahl der drohenden Insolvenzen zu reduzieren.

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