Jeder vierte Beschäftigte hat sich vor dem Hintergrund der Corona-Krise dazu entschieden, bald den Job zu wechseln. Dafür gibt es mehrere Gründe, wie eine für die Erwerbsbevölkerung repräsentative Erhebung zeigt.

Insgesamt hat die Jobbörse Stepstone rund 28.000 Menschen befragt. Es sind vor allem vier Szenarien, die die Wechselwilligen zum Umdenken bewegt haben. Die Krisenfestigkeit ist eines davon. Einige Branchen sind besonders stark von Corona betroffen, beispielsweise die Touristik oder die Kultur. Zehn Prozent der dort Beschäftigten sagen, dass sie aufgrund der Krise den Entschluss gefasst haben, beruflich umzuschulen. Über alle Branchen hinweg gaben 13 Prozent der Befragten an, ihr aktueller Job werde ihrem Sicherheitsbedürfnis nicht gerecht. Für viele ist der öffentliche Dienst das Wunschziel: Das Interesse an Stellen in diesem Bereich ist in den vergangenen zwölf Monaten im Vergleich zum Vorjahr um zwölf Prozent gestiegen.

Andere haben ihre Art zu leben in Frage gestellt – und damit auch ihren bisherigen Job. Sechs von zehn Befragten gaben der Jobbörse zufolge an, dass sie in fünf Jahren nicht mehr bei ihrem derzeitigen Arbeitgeber beschäftigt sein werden. Einer der am häufigsten genannten Gründe dafür: Sie erleben ihren Job nicht mehr als sinnhaft. Führungskräfte sollten ihren Mitarbeitenden daher die Ziele und Vision des Unternehmens vermitteln und ihnen klarmachen, wie ihr Beitrag zum Erfolg aussieht, rät Inga Rottländer von Stepstone.

Immerhin 21 Prozent wollen sich beruflich verändern, weil sie vom Krisenmanagement ihres Arbeitgebers enttäuscht sind. Wie verständnisvoll Führungskräfte und Vorgesetzte in dieser besonderen Zeit auf Gesundheits- oder Betreuungssorgen reagiert haben, sei für viele Arbeitnehmende ein Aha-Erlebnis gewesen.

Manche beabsichtigten Wechsel sind schließlich auch der Einsicht geschuldet, dass der gelernte Beruf nicht bis zur Rente ausgeübt werden kann – 30 Prozent der Befragten glauben das. 21 Prozent halten das nur für möglich, wenn sie sich laufend weiterbilden. „Viele Menschen haben festgestellt, dass sie schlecht aufgestellt sind und etwas ändern müssen, wenn sie auch in Zukunft im Job erfolgreich sein wollen“, heißt es dazu in der Studie.

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