Dass die Pandemie erheblichen Einfluss auf die Work-Life-Balance hat, ist nicht überraschend. Während manche im Homeoffice aber auch Vorteile sehen, machen sich andere Sorgen über die langfristigen Auswirkungen auf das Berufsleben.

Das geht aus einer Online-Umfrage der Deutschen Physikalischen Gesellschaft (DPG) hervor, an der zwischen April und Juni 2020 mehr als 1.500 überwiegend aus Europa stammende Beschäftigte teilnahmen. Davon, das muss bei der Interpretation der Ergebnisse berücksichtigt werden, hatten 70 Prozent eine akademische Position inne.

Trotzdem dürfte die fehlende Trennung von Beruf und Familie sowie das Gefühl der Isolation nicht nur bei ihnen zu den hauptsächlichen Stressfaktoren bei der Arbeit im Homeoffice zählen. Weibliche Teilnehmende bewerteten diese Stressfaktoren signifikant höher als männliche. Zudem litten Führungskräfte mehr unter Stress im Homeoffice als Beschäftigte ohne Führungsaufgaben. „Trotzdem waren sie mit der Leistung ihrer Mitarbeiter sehr zufrieden“, heißt es bei der DPG weiter.

Zudem sorgten sich europäische Akademikerinnen vor allem um negative soziale Auswirkungen. Nichtakademiker unter den Männern fürchteten dagegen eher eine finanzielle Stagnation oder Rezession nach der Pandemie. Besonders vermisst wurde insgesamt das fehlende Feedback von Managern und Kollegen.

Die Umfrage-Ergebnisse zeigen auch eine deutliche Unterscheidung zwischen Optimisten und Pessimisten. Während eine Gruppe überzeugt war, dass die Pandemie eine Chance ist, Fernarbeit und Fernunterricht zu reformieren, fürchtete eine andere, dass der verstärkte Einsatz von Informations- und Kommunikationstechnologien die herkömmlichen Arbeitsinstrumente und -methoden ersetzen könnte. Und auch wenn der Stress im Homeoffice mitunter hoch war und ist, sorgten sich 35 Prozent trotzdem darum, dass diese Möglichkeit des Arbeitens nach der Krise wieder wegfallen könnte.

Die Ergebnisse der Umfrage sind auf der Website der DPG abrufbar.

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