Die sogenannte Homeoffice-Lücke beschreibt die Differenz zwischen seiner theoretisch möglichen und seiner praktischen Nutzung. Forscher des ifo-Instituts haben nun erstmals die geografische Verteilung mit einbezogen: Es zeigte sich, dass Homeoffice vor allem in Ballungsräumen möglich ist und angeboten wird.

Die Datengrundlage bildeten Erhebungen des ifo- und des infas-Instituts sowie Daten der Corona-Datenplattform, die vom Bundeswirtschaftsministerium beauftragt wurde. Danach könnten in Städten wie Berlin, Frankfurt, München oder Stuttgart über 57 Prozent aller Erwerbstätigen überwiegend oder vollständig von zu Hause arbeiten.

Ein Grund dafür ist, dass der Dienstleistungssektor in den Ballungsräumen besonders stark vertreten ist. „Das ist der Bereich, in dem besonders viel von zu Hause gearbeitet werden kann“, sagt Jean-Victor Alipour vom ifo-Institut. Vor allem in München und Frankfurt liegt das Homeoffice-Potenzial auch für viele benachbarte Landkreise über dem Durchschnitt. In Dresden ist das anders: In der Stadt könnte zwar ebenfalls überdurchschnittlich oft Homeoffice angeboten werden. Das Potenzial der umliegenden Gemeinden fällt dagegen jedoch etwas ab.

Tatsächlich wird in Berlin und München sowie den umliegenden Kreisen eine Homeoffice-Nutzung von über 31 Prozent erreicht. In vielen Landkreisen von Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen, Sachsen und Schleswig-Holstein ist die Nutzung dagegen mit unter 21 Prozent eher gering. Mit Blick auf die Homeoffice-Lücke blieben besonders im Nordwesten viele Homeoffice-Möglichkeiten unausgeschöpft, konstatiert Robert Follmer vom infas-Institut. Gemessen an der theoretisch möglichen Kapazität arbeiten Beschäftigte im Berliner Umland und in Bayern hingegen häufiger von zu Hause aus.

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