Arbeitgeber müssen überall dort Homeoffice anbieten, wo es möglich ist. Das gibt die Corona-Arbeitsschutzverordnung vor, die die Bundesregierung bis Ende April verlängert hat. Einer Umfrage des ifo-Instituts zufolge wird das Potenzial tatsächlich aber längst nicht vollständig ausgenutzt.

Im März 2021 arbeiteten demzufolge 31,7 Prozent der Beschäftigten in deutschen Unternehmen teilweise oder vollständig im Homeoffice. Damit lag die Quote nur geringfügig höher als im Februar, als es 30,3 Prozent waren. Deutschland hat aber noch viel Luft nach oben, sagt Oliver Falck, Leiter des ifo-Zentrums für neue Technologien: „Wir schätzen das Potenzial für Homeoffice auf 56 Prozent der Beschäftigten.“

Er zieht daraus zwei Schlüsse. Zum einen werde deutlich, dass Homeoffice im Kampf gegen die Corona-Pandemie noch viel mehr als Mittel des sozialen Abstands bei gleichzeitiger Aufrechterhaltung der Wirtschaft eingesetzt werden könnte. „Gleichzeitig zeigt die vergleichsweise niedrige Quote, wie wichtig konsequente Tests am Arbeitsplatz sind.“

Bei einem genaueren Blick auf die Zahlen werden allerdings branchenspezifische Unterschiede deutlich – nicht jede ist gleich gut für Homeoffice geeignet. Die Quote bei den Dienstleistern lag im März bei 42,6 Prozent. Im Verarbeitenden Gewerbe erreichte sie dagegen nur 23,4 Prozent, im Handel 19 Prozent.

Zudem verdeckt die zusammenfassende Frage nach teilweise oder vollständigem Homeoffice eine Entwicklung, der man mit Mobilitätsdaten auf die Spur kommen kann. So blieb zwar die Quote an Beschäftigten im Homeoffice weitgehend stabil. Möglicherweise habe es aber trotzdem einen Rückgang bei der individuellen Homeoffice-Nutzung gegeben: Die Arbeitsmobilität in Deutschland steige bereits seit der zweiten Februarhälfte wieder an und befinde sich aktuell auf dem Niveau von Oktober 2020, also vor dem zweiten Lockdown. Diese Werte legten nahe, dass insgesamt wieder mehr Beschäftigte zumindest teilweise im Betrieb arbeiteten, berichtet das ifo-Institut.

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