Unternehmen gehen weltweit von durchschnittlich zwölf Prozent weniger Mitarbeitern nach der Corona-Pandemie aus. In der Krise haben sie die Belegschaft durch Entlassungen und temporäre Freistellungen im Schnitt sogar um 21 Prozent reduziert. Gleichzeitig verschärft sich der Wettbewerb um Fachkräfte im Ingenieurbereich sowie im Vertrieb und in der IT, wie eine Umfrage der Beratung Korn Ferry zeigt.

24 Prozent der insgesamt 4.051 im vierten Quartal 2020 befragten Unternehmen haben angegeben, dass Stellen permanent wegfallen werden. Bei weiteren sieben Prozent ist das derzeit noch unsicher. Neueinstellungen haben indes mehr als die Hälfte der Unternehmen in den vergangenen Monaten verzögert. Wie stark sich die Wirtschaft wandelt, wird auch daran deutlich, dass sich derzeit 35 Prozent der befragten Unternehmen in einer Restrukturierung oder Organisationsveränderung befinden.

In Branchen wie dem Tourismus und der Gastronomie drohen gar Millionen Arbeitsplätze vollständig verloren zu gehen, sagt Carsten Schaefer von Korn Ferry. Gleichzeitig sei aktuell nicht geklärt, wo diese Arbeitnehmer einen neuen Job finden werden: „Das gilt sowohl für gering qualifizierte als auch für hochspezialisierte wie zum Beispiel Piloten.“

Andere Fachkräfte haben damit weniger Probleme: In einer weiteren Befragung von mehr als 600 Unternehmen in Deutschland gaben 53 Prozent an, dass es nach wie vor sehr schwierig sei, Ingenieure zu rekrutieren. Auch ITler (48 Prozent) und Vertriebsexperten (28 Prozent) sind stark nachgefragt. Jeweils ein Drittel der Unternehmen hält dagegen momentan Support- und Service-Kräfte, Finanzexperten und Marketing-Fachkräfte als einfach zu rekrutieren. Ein Viertel sieht auch beim Anwerben von Personal- und Vertriebsmitarbeitern keine großen Hürden.

Für diejenigen, für die in der neuen Arbeitswelt voraussichtlich kein Platz mehr frei sein wird, sollten Personalabteilungen Schaefer zufolge prüfen, inwieweit man sie jetzt re- und weiterqualifizieren kann: „Dies wäre im Interesse aller Beteiligten.“

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