Viele junge Menschen finden Pflegeeinrichtungen als Arbeitgeber attraktiver als noch vor der Pandemie. Auch andere sinnstiftende Berufsfelder werden beliebter, berichtet die Königsteiner Gruppe.

Die HR-Beratung hat für ihre repräsentative Erhebung im Dezember 2020 bundesweit 1.036 Arbeitnehmer befragt. 21 Prozent der 18- bis 29-Jährigen berichteten, dass ihr Interesse an einem Arbeitgeber aus der Pflege in den vergangenen zwölf Monaten gestiegen ist. Mehr Sinnstiftung im Beruf scheint indes ein allgemeiner Bewerbertrend zu sein: 28 Prozent aller Teilnehmer gaben an, nun deutlich mehr daran interessiert zu sein als vor Corona.

Die Pflegeeinrichtungen bleiben aber noch hinter ihren Möglichkeiten zurück: 58 Prozent der Befragten bemängelten, dass diese aus ihrer Sicht nicht genügend auf sich als Arbeitgeber aufmerksam machen. Dabei könnten sie mit einigen Pfunden wuchern – etwa der Systemrelevanz der Tätigkeit, der hohen Jobsicherheit, dem starken Kollegenzusammenhalt und der höheren Gleichberechtigung von Mann und Frau. Minuspunkte sahen die Befragten in der schwachen Bezahlung, den unattraktiven Arbeitszeiten sowie der fehlenden Work-Life-Balance.

Einer professionellen und funktionierenden Recruitingstrategie im Gesundheitswesen kommt allerhöchste gesellschaftliche Bedeutung zu, sagt Nils Wagener von der Königsteiner Gruppe: „Es ist also wichtig, dass Pflegeeinrichtungen und Krankenhäuser um ihre Attraktivitätsmerkmale wissen.“ Mit ihnen sollten sie in Stellenanzeigen und auf Karrierewebseiten nicht hinter dem Berg halten.

Vor allem jungen Menschen wird der Sinn der Arbeit im Vergleich zum Zeitraum vor der Pandemie immer wichtiger, so ein weiteres Ergebnis der Befragung. Bei den unter 30-Jährigen bejahten diese Frage 41 Prozent. Neben Pflegeeinrichtungen und Krankenhäusern können vor allem Arbeitgeber der öffentlichen Verwaltung und Universitäten von diesem Trend profitieren.

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