Der von Bundesarbeitsminister Hubertus Heil (SPD) berufene Rat der Arbeitswelt hat sich für eine stufenweise Abschaffung der geringfügigen Beschäftigung ausgesprochen. Der Sozialverband Deutschland (SoVD) unterstützt dies.

Dem Rat zufolge gibt es mehrere Gründe für die Abschaffung. So verhindere der massenhafte Einsatz von Minijobbern die Ausschöpfung des Erwerbspotenzials auf dem Arbeitsmarkt. Zudem seien die Minijobs bürokratisch und aufwendig. Die erhoffte Brücke in sozialversicherungspflichtige Jobs sei damit nicht geglückt.

Der Sozialverband führt ein weiteres Argument an: „Die Corona-Pandemie hat sehr deutlich gemacht, wie wichtig Jobs mit einer sozialversicherungspflichtigen Absicherung sind“, so SoVD-Präsident Adolf Bauer. Menschen, die einem Minijob nachgehen, hätten beispielsweise weder vom Kurzarbeitergeld noch von staatlichen Überbrückungshilfen profitiert.

Als besonders alarmierend bezeichnet er, dass der Bericht ein hohes Missbrauchspotenzial von Minijobs bescheinige. In der Praxis würden häufig der Mindestlohn umgangen und Arbeitszeiten nicht vertraglich geregelt. Zudem gebe es oftmals keine Entgeltfortzahlung im Krankheitsfall. Der Verband erneuert daher seine Forderung zur Sozialversicherungspflicht ab dem ersten Euro.

„Da es sich bei der überwiegenden Zahl der aktuell etwa sechs Millionen Minijobbenden um Frauen handelt, würden insbesondere sie davon profitieren“, erklärt Bauer. Insgesamt würde es nicht nur den Minijobbenden helfen, sondern auch allen Arbeitgebern, die in erster Linie auf sozialversicherungspflichtige Jobs setzen. Geringfügige Beschäftigung verzerre den Wettbewerb zu ihren Ungunsten.

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