Kaum eine Branche steht vor so fundamentalen Veränderungen wie die Automobilindustrie. Das muss nicht zwingend zu einem massenhaften Abbau von Arbeitsplätzen führen. Für fast die Hälfte der heute rund 1,7 Millionen Stellen wird sich aber das Berufsbild ändern.

Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie der Beratung BCG und der Initiative Agora Verkehrswende. Danach könnten bis 2030 rund 205.000 Arbeitsplätze neu entstehen – vor allem bei Herstellern und Zulieferern, die unabhängig vom traditionellen Antriebsstrang sind, sowie bei Unternehmen in Energieinfrastruktur, Energieproduktion und im Maschinen- und Anlagenbau.

Dem steht ein Abbau von 180.000 Arbeitsplätzen in der klassischen Automobilherstellung und -wartung sowie bei den Zulieferern für die Herstellung von verbrennungsmotorischen Antrieben gegenüber. „Hier entsteht ein großer Bedarf an Umschulung und Weiterbildung der Arbeitnehmer, um die Chancen in der sich abzeichnenden Entwicklung zu ergreifen“, sagt Kristian Kuhlmann, Partner bei BCG.

Konkret wird für 70.000 Stellen bei den Autobauern und angrenzenden Industriezweigen ein komplett neues Berufsbild prognostiziert. Weitere 200.000 Stellen veränderten sich deutlich. Berufsbegleitender Weiterbildungsbedarf bestehe bei 500.000 Stellen. Grund genug für die Autoren, um die „gezielte Unterstützung durch Bund und Länder“ zu werben. Zudem müsse die Bundesregierung die politischen Rahmenbedingungen dafür setzen, dass sich die Bundesrepublik zum Leitmarkt für Elektromobilität entwickelt.

Darüber hinaus geht die Studie auf weitere Trends ein, die für den Arbeitsmarkt der betroffenen Industrien relevant sind. Dazu zählen die Ausstattung der Fahrzeuge, deren Digitalisierung und die Abwanderung von Arbeitsplätzen in andere Länder. Für Ostdeutschland sieht die Zukunft rosig aus: Hier wird ein Plus von neun Prozent an Arbeitsplätzen vorausgesagt.

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