Das Handwerk ist besonders stark vom Fachkräftemangel betroffen. Daran hat auch die Corona-Pandemie nicht viel geändert: Im vergangenen Jahr gab es für mehr als jede dritte Stelle keinen passend qualifizierten Arbeitslosen.

Über alle Berufe hinweg war es „nur“ jede vierte Stelle, heißt es in einer neuen Studie des Kompetenzzentrums Fachkräftesicherung (KOFA), einem Projekt des Instituts der deutschen Wirtschaft. Im Handwerk fehlen demnach vor allem Fachkräfte mit einer Berufsausbildung. So gibt es bundesweit für 54.000 Fachkraftstellen keine passenden Bewerber. Meisterinnen und Meister werden zwar wesentlich seltener gesucht – doch sind sie noch schwerer zu finden: 2020 gab es für 46,6 Prozent dieser Stellen in überwiegend handwerklichen Berufen keine passend qualifizierten Arbeitslosen.

„Die meisten Handwerksberufe mit starkem Fachkräftemangel gehören zu den Bereichen Bau, Produktion und Fertigung“, heißt es in der Studie weiter. Meister und Meisterinnen würden vor allem in der Medizin-, Orthopädie- und Rehatechnik sowie im Hoch- und im Tiefbau dringend gesucht. Zwar sei im Zuge der Corona-Pandemie auch im Handwerk ein Rückgang an offenen Stellen zu beobachten. Insgesamt sei dieser aber schwächer ausgeprägt als über alle Berufe hinweg.

Das alles ist Grund genug, noch mehr auszubilden. So ist das Ausbildungsplatzangebot im Handwerk zwar weniger stark zurückgegangen als in der Gesamtwirtschaft. In Bereichen wie dem Bauhandwerk oder dem Verkauf im Lebensmittelhandwerk hat es sogar zugenommen. Viele der Stellen blieben jedoch ebenfalls unbesetzt. „Hier gilt es künftig, unter anderem durch eine verbesserte Berufsorientierung an Schulen sowie einer breiten Aufklärung von Eltern, Lehrkräften und Multiplikatoren über die Vorteile einer dualen Ausbildung mehr junge Menschen für eine duale Ausbildung zu begeistern“, resümieren die Autorinnen und Autoren.

Die KOFA-Studie „Fachkräftemangel und Nachwuchsqualifizierung im Handwerk“ kann hier kostenfrei heruntergeladen werden.

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